Mittwoch, 3. Oktober 2012
OÖ Nachrichten

The Power of Heaven

Dem Himmel nahe mit dem Chorus sine nomine

Der Kaltenberger Johannes Hiemetsberger, Leiter des „Chorus sine nomine“, versteht es, unkonventionelle Konzertformen vorzustellen.
Beim Konzert im ausverkauften Alten Dom wollte er unter dem Titel „The Power of Heaven“ die in Töne gefasste Macht des Himmels vermitteln. Der Untertitel „Stimmen und Klänge von, zu und über Anton Bruckner“ konkretisiert das Programmthema. Sein vielseitig in den höchsten und tiefsten Lagen eingesetzter Chor liefert oft einen flächenhaften Klanghintergrund, sehr zurückhaltend in der Lautstärke eingesetzt. Dazu kommen noch die Orgel mit Improvisationen und eine Live-Elektronik bzw. „Live Remixing“.
Gemeint ist mit Letzterem die elektronische Aufnahme, Verarbeitung und Vorführung nach oder während der Aufnahme der Komposition. Das Ergebnis besteht in changierenden Klangflächen. Verwirrend für den Zuhörer wirkt, dass die einzelnen Werke meist ohne Zäsur aufeinander folgten. Die gesangstechnischen Leistungen jedes einzelnen Chormitglieds sind zu bewundern, doch mehr bei den im Original gesungenen Titel. Im Laufe des Konzerts wird man an Sphärenklänge erinnert, der Chor verfügt über ausgezeichnete Stimmen mit einem phänomenalen Piano und versteht sich auf hohe Gesangskultur, Homogenität und einen leichtfließenden und runden Klang.
Das Programm bildeten drei Motetten Bruckners, weiters wenig bekannte, wertvolle Titel. Ein zusätzliches Plus für den Chor und die weiteren Beteiligten bildete die Raumakustik. Der starke Beifall zeigte deutlich die Akzeptanz dieser Konzertform.