{"id":8041,"date":"2025-03-06T19:35:40","date_gmt":"2025-03-06T19:35:40","guid":{"rendered":"https:\/\/chorussinenomine.at\/?post_type=press&#038;p=8041"},"modified":"2025-03-06T19:35:40","modified_gmt":"2025-03-06T19:35:40","slug":"musikverein-kieksen-und-frohlocken-im-weihnachtsoratorium","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/presse\/musikverein-kieksen-und-frohlocken-im-weihnachtsoratorium\/","title":{"rendered":"Musikverein: Kieksen und Frohlocken im Weihnachtsoratorium"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Vier der sechs Bach-Kantaten f\u00fcr die Zeit zwischen Geburt Christi und Dreik\u00f6nig mit Chorus Sine Nomine und dem Orchester Wiener Akademie unter Martin Haselb\u00f6ck im Goldenen Saal: nicht perfekt, aber immer lebendig.<\/strong><br>Von Jens F. Laurson<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">H\u00e4ndels eigentlich f\u00fcr die Osterzeit geschriebenen \u201eMessias\u201c gibt es in diesen Wochen in Wien genauso wie Bachs Weihnachtsoratorium \u2013 oder zumindest die Kantaten I, II, IV und VI daraus, zum ersten Adventsonntag im Musikverein, mit dem Orchester Wiener Akademie. Das klang allemal sch\u00f6n und festlich, nicht zuletzt dank des inspiriert singenden Chorus Sine Nomine. Der wiegte sich n\u00e4mlich schon im Er\u00f6ffnungschor \u2013 \u201evoll Jauchzen und Fr\u00f6hlichkeit\u201c \u2013 aus innerem M\u00fcssen mit der Musik und sah dabei aus wie ein Feld von \u00c4hren im Wind oder Sonnenblumen in der Brise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier, wie auch in der au\u00dferordentlich bewegenden, fein phrasierten Sinfonia des zweiten Teils, halfen die einf\u00fchlsamen Tempi, die\u00a0Martin Haselb\u00f6ck\u00a0w\u00e4hlte: Nur ein Wink von seinen H\u00e4nden \u2013 und das Orchester spielte auf, weder gehetzt noch zu getragen. Die Holzbl\u00e4ser, allen voran Ausnahmeoboistin Emma Black, die noch inmitten des heiteren Pauken-und-Trompeten-Geschmettere des ersten Teils untergegangen waren, konnten hier unbel\u00e4stigt entz\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der vierten Kantate (zum Neujahrstage) lieferten freilich die Barockh\u00f6rner unabsichtlich den Beweis, wie viel schwerer als die Trompeten ihre Instrumente doch zu spielen sind. Man k\u00f6nnte geltend machen, dass eine wirklich historisch-authentische Auff\u00fchrung auch den Kater der Hornisten zu Bachs Zeiten, nach diversen K\u00fcbeln Bier in der Silvesternacht, nachempfinden m\u00fcsste. Aber es schmerzte doch etwas, wenn es auch dem Gesamteindruck keinen Abbruch tat: Perfekt sind die Auff\u00fchrungen der Wiener Akademie selten, lebendig immer. Da die Trompeten in der sechsten Kantate (zu Epiphanias) auch nicht mit Perfektion gl\u00e4nzten, war zudem eine interne Balance wieder hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Altus dominierte die Solisten<\/strong><br>F\u00fcr sich betrachtet war auch das Soloquartett nicht \u00fcberragend, wenn es auch erfreuliche Momente bot. H\u00e9l\u00e8ne Walter setzte ihren nicht sehr gro\u00dfen, aber mit kr\u00e4ftigem Kern und sch\u00f6nem, tiefen Timbre ausgestatteten Sopran sanft zur\u00fcckhaltend ein, konnte jedoch etwas Sch\u00e4rfe in der H\u00f6he nicht vermeiden. Tenor Benjamin Hulett war am besten im abschlie\u00dfenden Rezitativ (\u201eSo geht!\u201c), sonst aber nie so sicher wie man sich das w\u00fcnschte. Wo ist Daniel Johannsen, wenn man ihn braucht? Herrlich, wie Stefan Zenkl sich nach \u201eLiebster Heiland\u201c zu den Worten \u201eo wie wenig\u201c zur\u00fccknahm, auch wenn sonst einiges genauer und subtiler h\u00e4tte sein d\u00fcrfen. Sozusagen der Primus inter impares war somit Altus Alex Potter: Er \u00fcberzeugte mit jeder Note, sang vor lauter Freude an der Musik unauff\u00e4llig in allen Chor\u00e4len mit und wurde zum Gesicht der freudigen, festlichen Stimmung dieses Adventvormittags. Und das in einem vollen Saal, inklusive vieler zwangsbegl\u00fcckter Kinder, denen die Erinnerung erst in 20 Jahren so richtig lieb und unvergesslich sein wird.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","tags":[142],"class_list":["post-8041","press","type-press","status-publish","hentry","tag-2024_weihnachtsoratorium"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press\/8041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}