{"id":7915,"date":"2024-09-06T08:26:28","date_gmt":"2024-09-06T08:26:28","guid":{"rendered":"https:\/\/chorussinenomine.at\/presse\/salzburger-festspiele-eine-matinee-fuehrt-vom-klagen-zum-paradies\/"},"modified":"2024-09-06T08:26:28","modified_gmt":"2024-09-06T08:26:28","slug":"salzburger-festspiele-eine-matinee-fuehrt-vom-klagen-zum-paradies","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/presse\/salzburger-festspiele-eine-matinee-fuehrt-vom-klagen-zum-paradies\/","title":{"rendered":"Salzburger Festspiele: Eine Matinee f\u00fchrt vom Klagen zum Paradies"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jammer und Klage war in der ersten Mozart-Matinee angesagt, um einen weiteren Aspekt des Themas &#8220;Opfer&#8221; der Ouverture spirituelle aufzugreifen. Obgleich Joseph Haydns Symphonie Hob.I:26 mit &#8220;Lamentatione&#8221; untertitelt ist und in einer f\u00fcr diesen Komponisten raren Moll-Tonart steht, leitete Dirigent Andrew Manze das Mozarteumorchester Salzburg am Samstag zu kraftvoll frischem Spiel an. Nicht einmal ein Piano im ersten Allegro erschien melancholisch, sondern nur als zarter Aspekt von Haydns soignierter Festlichkeit. Im Adagio hingegen holt Andrew Manze die tiefen Streicher an die Oberfl\u00e4che des Orchesterklangs: Was die Anmutung eines Trauerkondukts hatte, wurde von den Ersten Geigen zart und hurtig verziert. Dass die Symphonie mit einem Menuett als drittem Satz endet, h\u00e4tte wie ein \u00fcberraschender Abbruch wirken k\u00f6nnen, w\u00e4re dem nicht applauslos Mozarts &#8220;Misericordias Domini&#8221; KV 222 gefolgt. In dessen Widerrede vom Ruf nach Barmherzigkeit und vom Versprechen, davon ewig zu singen, lie\u00df der von <strong>Johannes Hiemetsberger<\/strong> famos einstudierte <strong>Chorus sine nomine<\/strong> den Kontrast herrlich anschwellen: zwischen verzweifelt und aufmunternd, was &#8211; theologisch wie musikdramaturgisch sinnf\u00e4llig &#8211; im triumphal bekennenden &#8220;Cantabo!&#8221; (ich singe) endet.<br>In Mozarts &#8220;Ave verum&#8221; KV 618 wurde die Klage eindeutig. So homogen, wie der Chor die Leiden am Kreuz besang, er\u00f6ffnete sich Mut zu Trauer: Betrachten, Zulassen und Annehmen des Schmerzes, ohne zu zerbrechen.<br>Welche Klage w\u00e4re gr\u00f6\u00dfer als jene von Eltern \u00fcber ein gequ\u00e4lt sterbendes Kind? Wie die Botschaft des Christentums sogar da noch Hoffnung erm\u00f6glicht, hat Joseph Haydn in seinem &#8220;Stabat mater&#8221; musikalisch reichhaltig ausformuliert. Chor, Orchester und Solisten &#8211; ber\u00fchrend vor allem Marianne Beate Kielland als Alt &#8211; setzten dies so exquisit um, dass man am Ende die Paradiesverhei\u00dfung gern annahm.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","tags":[104],"class_list":["post-7915","press","type-press","status-publish","hentry","tag-2022_de_festspiele"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press\/7915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}