{"id":7864,"date":"2024-09-06T08:26:23","date_gmt":"2024-09-06T08:26:23","guid":{"rendered":"https:\/\/chorussinenomine.at\/presse\/touching-and-amazing\/"},"modified":"2024-09-06T08:26:23","modified_gmt":"2024-09-06T08:26:23","slug":"touching-and-amazing","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/presse\/touching-and-amazing\/","title":{"rendered":"Touching and amazing"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Weihnachtsoratorium&#8221; mit Weihnachtswunder im Musikverein Wien<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das gro\u00dfe Kunst und Qualit\u00e4t nicht immer in Korrelation zu weltber\u00fchmten Namen steht, beweisen der Chorus sine nomine \u2013 ein &#8220;Laienchor&#8221; \u2013, das L\u2019Orfeo Barockorchester und eine Riege junger, teils renommierter Gesangssolisten. Unter der Leitung des \u00f6sterreichischen Dirigenten Johannes Hiemetsberger, 47, rocken die begnadeten Musiker die ehrw\u00fcrdigen Hallen des Musikvereins Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8220;Jauchzet, frohlocket, und preiset die Tage&#8221;, lautet das Motto der K\u00fcnstler, die das Bach&#8217;sche Weihnachtsoratorium nach allen Regeln der Kunst zelebrieren. Keine Spur des weihevollen Schwulstes, der Langatmigkeit und des Antiquarischen, das vielen Interpretationen barocker Musik anhaftet. Stattdessen erfrischende Freude beim gemeinsamen Musizieren, beim Feiern der Geburt Jesus Christus und an der M\u00f6glichkeit in einem derart prestigetr\u00e4chtigen Haus, wie dem ber\u00fchmten Musikverein Wien, auftreten zu d\u00fcrfen. Wohin man blickt: strahlende Gesichter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese feierliche Atmosph\u00e4re transportieren die Protagonisten in ihre Interpretation des sechsteiligen Oratoriums, dessen Kantaten eigentlich einzeln anl\u00e4sslich der Feiertage komponiert wurden, und die Bach erst sp\u00e4ter aufgrund des \u00e4hnlichen Stimmungsgehalts zu einem sakralen Gesamtwerk zusammenschloss. Ein gl\u00fccklicher Umstand, der einer Unzahl an Besuchern w\u00e4hrend einer kurzen Atempause zwischen der ersten und zweiten Kantate noch versp\u00e4tet Einlass gew\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ohne den Hausfrieden empfindlich zu st\u00f6ren, d\u00fcrfen auch sie miterleben, wie das L\u2019Orfeo Barockorchester beherzt durch das Oratorium schwingt, beinahe rockt. Dabei verliert das Ensemble rund um seine Konzertmeisterin Michi Gaigg aber niemals die Andacht, die Grandezza und die W\u00fcrde, die dieser Huldigung des Heilands innewohnen, aus den Augen. Egal ob im 12\/8 Takt der Sinfonia, der Geigensoli, zu denen sich die Orchester-Solisten erheben, oder bei der feinf\u00fchligen Untermalung der Arien, regelm\u00e4\u00dfig ist man den Tr\u00e4nen nahe, so wundersch\u00f6n, durchsichtig und farbenreich musiziert das Orchester auf deren historischen Instrumenten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erst recht, wenn sich die Stimme der Wienerin Sophie Rennert sanft hinzu schmiegt, wie bei der Alt-Arie &#8220;Schlafe, mein Liebster, genie\u00dfe der Ruh&#8221;. F\u00fcr klassik begeistert ist die junge S\u00e4ngerin, die bereits in den letzten beiden Jahren im Bayreuther &#8220;Parsifal&#8221; als Zauberm\u00e4dchen zu h\u00f6ren war, keine Unbekannte mehr und wird mit Sicherheit ihren Weg gehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso Manuel G\u00fcnther, der im Oratoriums\u2013 und Konzertbereich bereits erfolgreich t\u00e4tig ist. Mit dem Weihnachtsoratorium feiert das junge Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper sein gelungenes Wien-Deb\u00fct. Egal ob bei den Secco-Rezitativen des Evangelisten oder bei den Arien, die teilweise mit schwierigen Koloraturen versehen wurden, erweist sich der junge Tenor als ausdrucksstarker Erz\u00e4hler und sensibler S\u00e4nger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viril, dominant und mit einem herrlichen Timbre gesegnet, gesellt sich der m\u00e4chtige Bassbariton Josef Wagner zum erlauchten Kreise der Gesangssolisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lediglich die Vierte im Bunde, Ursula Langmayr, 44, ben\u00f6tigt trotz ihrer regen Erfahrung als Oratoriens\u00e4ngerin und Auftritten bei den Salzburger Festspielen ein wenig Anlauf. Als Ersatz f\u00fcr die erkrankte Cornelia Horak eingesprungen, legt die Sopranistin ihre Unsicherheiten jedoch rasch ab: entz\u00fcckend die Echo-Arie &#8220;Fl\u00f6\u00dft, mein Heiland&#8221;, bei der das Echo irgendwo au\u00dferhalb des Saales erklingt, und kristallklar die empfindsamen Kontraste zwischen dem dramatischen Rezitativ &#8220;Du F\u00e4lscher, suche nur den Herrn zu f\u00e4llen&#8221; und der direkt folgenden fr\u00f6hlichen Arie &#8220;Nur ein Wink von seinen H\u00e4nden&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die reichlich gestalteten Chor\u00e4le, die durch eine elegante, polyphone Stimmf\u00fchrung gezeichnet sind, erf\u00fcllt der hervorragende Chorus sine nomine reichlich mit Leben und W\u00fcrde. So \u00fcberrascht es wenig, dass nach dem Verhallen des Schlusschorals ein Ansturm an Ovationen und lautstarker Bravi den Goldenen Saal \u00fcberrollen \u2013 v\u00f6llig zurecht! Der von Johannes Hiemetsberger 1991 gegr\u00fcndete &#8220;Laienchor&#8221;, unter Kennern seit langem als Spitzenensemble bekannt, f\u00fcgt sich perfekt der beschwingten Gesamtkonzeption hinzu. Einer Gesamtkonzeption, von derart erhabener Sch\u00f6nheit, dass man trotz Stress, M\u00fcdigkeit und latenten Anfl\u00fcgen einer Winterdepression in eine wohlig-warme Atmosph\u00e4re versetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bedarf keiner ges\u00fc\u00dften Kalorienbombe, keiner Schokolade, um den Gl\u00fcckshormonspiegel wieder zu heben \u2013 ein Abstecher in den Musikverein Wien zum L\u2019Orfeo Barockorchester und dem Chorus sine nomine bewirkt \u00c4hnliches, erf\u00fcllt wahre Weihnachtswunder.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","tags":[78],"class_list":["post-7864","press","type-press","status-publish","hentry","tag-2018_weihnachtsoratorium"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press\/7864","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7864"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7864"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}