{"id":7835,"date":"2024-09-06T08:26:21","date_gmt":"2024-09-06T08:26:21","guid":{"rendered":"https:\/\/chorussinenomine.at\/presse\/mehr-als-nur-ein-halleluja\/"},"modified":"2024-09-06T08:26:21","modified_gmt":"2024-09-06T08:26:21","slug":"mehr-als-nur-ein-halleluja","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/presse\/mehr-als-nur-ein-halleluja\/","title":{"rendered":"Mehr als nur ein Halleluja"},"content":{"rendered":"<p>In Mitteleuropa ist es Tradition geworden, Georg Friedrich H\u00e4ndels \u201eMessiah\u201c in der Fastenzeit aufzuf\u00fchren. Wenngleich es daf\u00fcr ganz unterschiedliche Auff\u00fchrungsmodi gibt. Das Oratorium, 1741 innerhalb von drei Wochen geschrieben, enth\u00e4lt insgesamt 53 musikalische Nummern und ist in drei Teile eingeteilt. H\u00e4ufig gelangt nur ein Teil zur Auff\u00fchrung, oder es werden Streichungen von einzelnen musikalischen Teilen vorgenommen.<\/p>\n<p>Das Publikum im ausverkauften Goldenen Saal des Musikvereins kam in einen seltenen Genuss.Der Chorus sine nomine unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger w\u00e4hlte die schwierigste und anspruchsvollste Auff\u00fchrungsvariante. Er f\u00fchrte mit der Instrumentalbegleitung des Ensembles Prisma das Oratorium in seiner vollen L\u00e4nge auf.<\/p>\n<p>Hiemetsberger hat schon in den letzten Konzerten mit ungew\u00f6hnlichen Einf\u00e4llen Originalit\u00e4t bewiesen. So auch in diesem, nicht nur was die Interpretation aller drei Teile betrifft. Er griff auch in der Besetzung der Solisten und Solistinnen auf eine Vorgehensweise zur\u00fcck, die zu Zeiten von H\u00e4ndel noch nicht un\u00fcblich war. Den Altus besetzte er mit Markus Forster, einem Countertenor. Dieser lieferte mit seinem speziellen Timbre eine weitere Klangschattierung zu den drei anderen Solo-Stimmen bei, was sich als sehr reizvoll erwies.<\/p>\n<p>An seiner Seite gl\u00e4nzte Ursula Langmayr mit einem wunderbar sicheren und volumin\u00f6sen Sopran. Ihr zartes Tremolo passte au\u00dferordentlich gut zu den vielen, kleinen barocken Verzierungen, die ihr Part aufweist. Gernot Heinrich durfte seinen samtweichen Tenor pr\u00e4sentieren, der in sch\u00f6nem Gegensatz zu Matthias Helms kr\u00e4ftigem, virlen Bass erklang.<\/p>\n<p>Au\u00dfergew\u00f6hnlich war auch die Aufstellung des Cembalos, dessen Corpus in der Mitte der B\u00fchne auf der kleinen, transportablen Orgel auflag. Auf diese Weise kam dieses ausgesprochene Kammerinstrument, das vor allem bei einer gro\u00dfen Chor- und Orchesterbesetzung sonst klanglich oft v\u00f6llig untergeht, wunderbar zur Geltung. Au\u00dferdem konnte Johannes Bogner so an mehreren Stellen im dritten Teil nahtlos vom Cembalo ans Orgelregister wechseln, was f\u00fcr h\u00f6chst ungew\u00f6hnliche Klangmischungen sorgte.<\/p>\n<p>Besonderes Augenmerk legte Hiemetsberger nicht nur auf die pr\u00e4zise F\u00fchrung seines Chores, der immer wieder aufs Neue beeindruckt. Auch das Ensemble Prisma wurde von ihm unglaublich nuanciert geleitet. Vor allem in der sehr farbig gestalteten Dynamik, die sich an einigen Stellen innerhalb von wenigen Noten ensemble\u00fcbergreifend exaktest ver\u00e4nderte, beeindruckte der Klangk\u00f6rper. Gut h\u00f6rbar war auch der Kontrabass von Alexandra Dienz. Auch dieses Instrument, wenn es nicht von einer herausragenden Qualit\u00e4t ist und auch ebenso gespielt wird, ist leider viel zu selten gut aus einem Klangk\u00f6rper herauszuh\u00f6ren. Die glasklare, ja beinahe durchsichtige Instrumentalwiedergabe der Partitur und der perfekt abgestimmte Chor pr\u00e4sentierten die komplexe Musik gut nachvollziehbar. Und dies mit einem intensiven, aber v\u00f6llig unaufgeregten Dirigat.<\/p>\n<p>Das Konzert am 13. M\u00e4rz war eine musikalische Sternstunde, nicht nur f\u00fcr die S\u00e4ngerinnen, S\u00e4nger und Musizierenden an ihren Instrumenten. Das Publikum dankte mit derart langen Ovationen, dass Hiemetsberger zur gro\u00dfen Freude und unerwartet das \u201eHalleluja\u201c als Zugabe noch einmal singen lie\u00df.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","tags":[74],"class_list":["post-7835","press","type-press","status-publish","hentry","tag-2018_messias"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press\/7835","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7835"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7835"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}