{"id":7830,"date":"2024-09-06T08:26:21","date_gmt":"2024-09-06T08:26:21","guid":{"rendered":"https:\/\/chorussinenomine.at\/presse\/ode-fuers-miteinander\/"},"modified":"2024-09-06T08:26:21","modified_gmt":"2024-09-06T08:26:21","slug":"ode-fuers-miteinander","status":"publish","type":"press","link":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/presse\/ode-fuers-miteinander\/","title":{"rendered":"Ode f\u00fcrs Miteinander"},"content":{"rendered":"<p>Basilika-Konzert. 2500 Besucher erleben in Ottobeuren eine begl\u00fcckende Auff\u00fchrung von Beethovens neunter Symphonie. Sie ist auch eine Werbung f\u00fcr den europ\u00e4ischen Gedanken.<\/p>\n<p>Ottobeuren. Nichts liegt n\u00e4her als beim Schw\u00e4bischen Epropatag in Ottobeuren jenes Werk zu spielen, dessen Hauptthema 1985 die Staats- und Regierungschefs der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft als Hymne f\u00fcr Europa w\u00e4hlten: Beethovens Symphonie Nr. 9 in d-Moll. Als Abschluss eines Tages mit Rednern aus Politik und Wirtschaft, der auch an die 163 schw\u00e4bischen St\u00e4dtepartnerschaften in ganz Europa erinnern und den Europ\u00e4ischen Gedanken st\u00e4rken m\u00f6chte, spielte das Orchester Wiener Akademie und der Chorus sine nomine aus Wien Beethovens Vertonung von Schillers vers\u00f6hnlicher und v\u00f6lkerverbindender \u201eOde an die Freude&#8221;. Der viers\u00e4tzige Lobgesang auf die Freundschaft lockte \u00fcber 2500 Zuh\u00f6rer in die Basilika.<br \/>\nDirigent Martin Haselb\u00f6ck, der sein Orchester Wiener Akademie 1985 ins Leben rief, nimmt ein sehr hohes Tempo auf, das er konsequent bis zum Schluss durchh\u00e4lt. V\u00f6llig unangestrengt durchwandert er die Kontraste des ersten Satzes zwischen Wucht und Z\u00e4rtlichkeit. Auch der zweite Satz pulsiert mit Leichtigkeit und Eleganz. Das Vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngende und Fordernde der Musik bleibt stets schlank und luftig. Alles atmet Vorfreude, innere Erregung und Aufbruch. Den dritten Satz gestaltet Haselb\u00f6ck mit seinem Orchester weniger treibend und sehr gef\u00fchlvoll. Hier erhebt sich die Musik aus einem gesanglichen Vorwegtr\u00e4umen in feierliche Gr\u00f6\u00dfe.<br \/>\nDann schlagen im letzten Satz die Kontrab\u00e4sse in fantastischem Einklang mit den Celli die Melodie des Hauptthemas \u00bbFreude sch\u00f6ner G\u00f6tterfunken&#8221; immer vollst\u00e4ndiger an, bis Schillers Worte selbst erklingen. Sensibel und klanglich dicht bilden Chor und S\u00e4nger eine gleichberechtigte Einheit mit dem Orchester. Umwerfend, mit welch gro\u00dfer Deutlichkeit und kraftvoller F\u00fclle der Bass Sebastian Holecek in den weiten R\u00e4umen der Barockkirche zur R\u00e4son ruft: \u201eO Freunde, nicht diese T\u00f6ne! Sondern lasst uns angenehmere anstimmen und freudenvollere.&#8221;<br \/>\nAber auch Laura Aikin (Sopran), Michaela Selinger (Mezzosopran), und Alexander Kahnbacher (Tenor) behaupten sich souver\u00e4n im durchsichtigen Gesamtklang. Der Chor begl\u00fcckt mit klarem und reinem Klang.<br \/>\nNach alter Tradition wurde in der Ottobeurer Basilika kein Applaus gespendet. Die Zuh\u00f6rer warteten nach der letzten Note in aller Ruhe auf das Erklingen der Kirchenglocken der Kirche. Dieser Moment der Stille hat etwas. Man f\u00fchlt, wie alle aufgestaute Begeisterung und Erregung nach der lebendigen und aufgeweckten Interpretation von Beethovens Neunter sich in Besinnlichkeit und Einkehr verwandelt. Der ungest\u00f6rte Nachklang und die Wirkung von 67 Minuten Musik werden im Zusammenspiel mit den Glocken zu einem erf\u00fcllenden und wahrhaft spirituellen Moment.<br \/>\nGro\u00dfe Anerkennung verdiente sich das riesige Ensemble aus S\u00e4ngern und Instrumentalisten aus \u00d6sterreichs Hauptstadt fur eine Leistung, die das Aufeinander-H\u00f6ren und gemeinsame Miteinander h\u00e4tte nicht besser vor Augen f\u00fchren k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Harald Holstein<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","tags":[71],"class_list":["post-7830","press","type-press","status-publish","hentry","tag-2017_beethoven"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press\/7830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/press"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/press"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.chorussinenomine.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}