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Die Presse / 1.4.2010: ... Die fulminante Ausführung durch Johannes Hiemetsbergers Chor, den Cellisten und die Schlagwerker Josef Gumpinger und David Panzl sorgte im Auditorium spürbar für Anteilnahme. ...
 

Wienerzeitung / 14.4.2009: ... Da war der Chorus sine nomine mit Feuereifer dabei, ganz abgesehen von seiner Glanzleistung puncto Homogenität, Klangfülle und klarster Intonation – ein Meisterstück seines Leiters Johannes Hiemetsberger!

 

pnp.de / 14.10.2008: ... Zwei fesselnde Stunden lang scheint es bei ihrem Konzert zur Eröffnung des Konzertwinters am Sonntag in der Passauer Pfarrkirche St. Peter kaum Wichtigeres zu geben als das Ton gewordene Hoffen, Trösten und Preisen aus 32 exzellent aufeinander abgestimmten Kehlen. ...

 

DrehPunktKultur / 9.10.2008: ... Der Chorus sine nomine hat dieses Stück mit schon Angst machender Intonationsgenauigkeit drauf. ...

 

Kleine Zeitung / 1.8.2005: ... Der großartig eingestimmte Chorus sine nomine erklomm jene Gipfel an Diktion und Phrasierungskunst, die vielen anderen Sängerschaften vorenthalten bleiben. ...

 

 


  
   

 
     
 

The Power of Heaven

Kunsthaus Mürzzuschlag


17. Juni 2010

Schöne und vielstimmige Kraft des Himmels
 
Der Chor "Mürzklang" bot mit dem "Chorus sine nomine" sakrale Musik in hoher Qualität.
Der große Anton-Webern-Saal im Mürzzuschlager Kunsthaus war vorgestern ausverkauft, und niemand musste sein Kommen bereuen. Es gab nämlich Chormusik in selten gehörter Qualität und Originalität zu hören: Der großartige Wiener Chor "Chorus sine nomine" und der MGV Mürzklang boten sakrale Chormusik vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
"The Power of Heaven", die Kraft des Himmels - so lautete der Titel des Konzertes, und Johannes Hiemetsberger, Leiter des "Chorus", kündigte dem Publikum zu Beginn an, dass er es in eine musikalische Welt entführen will, "die Sie etwas im Ungewissen lassen wird".
So war es dann auch. Schon beim Einzug "beschallten" die Sängerinnen und Sänger das Publikum aus allen Ecken der ehemaligen Kirche. Oder die "Missa Canonica" von Jacobus Gallus aus dem 16. Jahrhundert, durchbrochen von elektronisch veränderten Klängen und Geräuschen, die soeben erst aufgenommen worden waren. Stefan Foidl lieferte diese improvisierte Liveelektronik.
Wer traditionelle Chorliteratur erwartet hatte, wurde enttäuscht. Aber gleichzeitig auch wieder entschädigt, denn die hohe Qualität des Ausdrucks, die Präzision der Einsätze und die beeindruckende Klangschönheit sorgten für ein Konzerterlebnis, das man lange in Erinnerung behält.
 

The Power of Heaven

Kultursommer St. Paul

Neue Kärntner Tageszeitung
15. Juni 2010

Die Welt - Klang & Energie
Geistliche Chormusik von Jakobus Gallus, Giuseppe Verdi, Vytautas Miskinis, Samuel Barber und J. Peter Koene schwebte über St. Paul
 
Am Anfang war das Wort, und das Wort ist Klang und Energie. Nicht nur die Erschaffung der Welt kann man so erklären - auch die Faszination der Musik besteht darin, dass vom Klang eine große Wirkung ausgeht. Sehen Sie nur einmal in die Gesichter von Menschen, die gerade ein Konzert verlassen!
Solche Gedanken drängen sich auf, wenn man - wie am vergangenen Freitag - in einem Konzert des St. Pauler Kultursommers sitzt und einer der renommiertesten Chöre Europas, der Chorus sine nomine aus Wien unter der Leitung von Prof. Johannes Hiemetsberger, in der Stiftskirche die 'Macht des Himmels' erahnen lässt. In einem 80-minütigen Gesamtkunstwerk wurde geistliche Musik aus fünf Jahrhunderten mit Live-Elektronik, die Zitate aus dem Gesang verarbeitete, nahtlos verbunden und Stilgrenzen wunderbar aufgehoben. Tiefen Eindruck hinterließ vor allem ein von J. P. Koene vertonter Text aus der Apokalypse über das Weltgericht ('... und zu verderben die, die die Erde verderbet haben') für Solobratsche (Julia Purgina), Chor und Live-Elektronik - ein Aufschrei über die Ungerechtigkeit. Die Aufstellung der Sängerinnen in venezianischer Coro-spezzato-Tradition mit Stereo-Wirkung und der Klang aus den im Raum verteilten Lautsprechern erzeugten das Gefühl, mitten im Energiefeld des Klangs zu sitzen. Hiemetsberger hat hier mit dem Tontechniker, Komponisten und Jazzmusiker Stefan Foidl ein Konzept eines Gesamtkunstwerkes umgesetzt, das in seiner Wirkung einzigartig ist.
So, wie die Akteure in ihrem Einzug den Raum klanglich und physisch erschlossen, wurde dieser auch wieder verlassen - und trotzdem war er danach nicht leer. Man schwebte noch immer zwischen Erde und Himmel. Ergriffenes Schweigen wäre die adäquatere Reaktion gewesen als Standing Ovations.
 

Beethoven 9. Symphonie

25 Jahre Wiener Akademie


4. Juni 2010

Festkonzert mit Pauken und Trompeten

Aller Anfang war Bach: Zumindest für die Wiener Akademie, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Das im Bach-Jahr 1985 gegründete Barock-Ensemble ist mittlerweile Österreichs einziges Originalklang-Orchester, dessen Repertoire von Bach bis Liszt reicht.
Seit 1991 bestreiten Orchestergründer Martin Haselböck und seine Musiker einen eigenen Zyklus im Musikverein. Man fühle sich als Hausensemble, hieß es in einem Interview. Und so wurden Freunde und Fans in den Goldenen Saal zum Festkonzert eingeladen. Selten zu hörende Ausschnitte aus W. A. Mozarts heroischem Drama "Thamos, König von Ägypten" KV 345 trafen auf eine kurzweilige Neunte Symphonie von Ludwig von Beethoven.
Als Gäste hatte die Wiener Akademie einen bestens disponierten Chorus sine nomine (Einstudierung Johannes Hiemetsberger) und vier Solisten geladen, allen voran Bassist Florian Boesch. Im Orchester überzeugte die Streichergruppe mit satten Celli und eindringlichen Kontrabässen. Dazu eine dynamische Pauke und solide Blechbläser. Auf viele weitere Originalklang-Jahre!
 

Voices of Nature

CD-Kritik


25. Mai 2010

Klang- und Lichtwerdung des Lobes

Für Lichtwerdung lässt man gern bei Joseph Haydn arbeiten. Die Alternative: Sofia Gubaidulinas "Sonnengesang". Ein kurzer Gedanke zurück in Unruhe - und schon begrüßt strahlender Sopranglanz die Sonne. Und selbst der hellste aller Planeten muss sich geschmeichelt fühlen, wenn der Chorus sine nomine sich vor ihm verneigt.

Ob homophoner "klassischer" Chorklang und Sphärenharmonie oder unruhige Sprünge von Stimmgruppen und einzelnen Chorsolisten über einen unglaublichen Tonumfang. Ob unendliche Vokalise oder expressive Klangerzeugung nahe am Geräusch: Kein anderes heimisches Vokalensemble ist derzeit so prädestiniert für Sofia Gubaidulinas "Sonnengesang" wie der Chorus sine nomine. Gegründet 1991 von Johannes Hiemetsberger hat sich der Chor zu einem der herausragenden Expertengruppen fürs Vokale entwickelt: Zeitgenössisches ist bei ihm ebenso perfekt aufgehoben, wie die Marienvesper oder - Erinnerungen an Sternstunden werden wach - wie die Mahlerlieder in Chorfassung.

Nun hat der Chorus sine nomine mit der Einspielung von Sofia Gubaidulinas "Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi" in der revidierten Fassung von 1998 einen Meilenstein gesetzt. Der Sonnengesang ist quasi ein verklausuliertes Konzert für Cello, Schlagwerk und Chor. Michael Hammermayer spielt auf der in der ORF-Edition erschienen CD das Solocello - und auch er setzt mit seinem Part Maßstäbe: Immer wieder lässt er den Cello- mit dem Stimmklang symbiotisch verschmelzen oder mit den lichten Schlagzeug- oder Celesta-Funken Klangsterne erglühen. Das große Solo um den "Altissimo"-Satz oder die neunte Strophe herum wiegt das Cello zusammen etwa mit den Glocken alle "Krankheiten oder Prüfungen" zu innerem Frieden.

"Laudato si, mi Singore, cun tucte le tue creature": Die zweite Strophe des Sonnengesangs gehört zu jenen, in denen die Gubaidulina mit geradezu klassischer responsorialer Chorrezitation arbeitet. Umspielt und umrankt werden die Verse von scheinbar unruhigen, in Summe aber überaus harmonischen Sprüngen und Linien des Solocellos. Wenn in der dritten Strophe "per sora luna e le stelle" die Frauenstimmen "Bruder Mond und die Sterne" beschwören, scheint ein feines zartes Ticken irgendwo im Klangurgrund darauf hinzudeuten, dass die Gestirne schon immer Zeitzähler und Orientierungshilfe waren ...

"Bruder Wind" wird von einer Männer-, "Schwester Wasser" einer Frauenstimme angesungen: Für die technische Brillanz der Stimmführung und die Klarheit der Klanggebung steht bei diesem Chor jedes einzelne Ensemblemitglied.

Und immer wieder - in hochexpressiven aufgeregten und vom Schlagzeug scheinbar unruhig zersplitterten Momenten - erklingt aus dem Hintergrund in größter Ruhe und homophoner Getragenheit der quasi überirdische Chor. Einer der vielen Höhepunkte im Werk sind etwa die hellen, ja schrillen Glissandi im Vers "Altissimo": ein wahrer "Ausbruch" von Engelsgesang.

Die großen Themen Sofia Gubaiduilinas zwischen Leben und Tod, Sterben und Erlösung, sind in diesem Werk exemplarisch durchexerziert. Und der Chorus sine nomine ist derzeit der exemplarische Vermittler dieses Schlüsselwerkes.

 

Bach-Motetten

CD-Kritik

www.klassikinfo.de

 

 

Bach frisch aufgewienert

Bachs Motetten - zum wievielten Male? Jeder wichtige Chor, jedes wichtige Ensemble, jeder wichtige Barock-Dirigent hat diese sechs fantastischen Chorstücke schon durchexerziert und ihnen neue, jedenfalls individuelle Facetten abgewonnen. In Chorbesetzung, mit Solisten, mit Orchester oder nur mit Basso Continuo: es gibt alles, was mit den Motetten möglich ist. Und wohl genau deshalb ist die neue Einspielung mit dem Wiener "Chorus sine nomine" unter seinem Leiter Johannes Hiemetsberger solch eine große Überraschung. Denn vor dem Glanz so illustrer Musiker-Namen wie Gardiner, Harnoncourt, Jacobs oder Masaaki Suzuki hatte man fast vergessen, was diese Motetten noch herausfordern: die schiere Chor-Kultur nämlich. Und hierbei erweist sich Hiemetsberger als großer Virtuose. Die Aufnahme zeigt, welche Tugenden große Chor-Interpretationen ausmachen: rigorose Auswahl der Stimmen, ständige Ensemble-Arbeit und regelmäßiges Feilen an der Klangkultur. Mit dieser punktet die Einspielung an erster Stelle. Der "Chorus sine Nomine" ist feinste Wiener Schule. Diese Verbindung von schwebender Leichtigkeit und süffig-goldenem Glanz der Stimmen gibt es nur in Wien. Prominentestes Aushängeschild dieser Kultur sind die Wiener Sängerknaben, die aber leider gnadenlos kommerziell ausgeschlachtet werden. Der "Chorus sine Nomine" ist in Sopran und Alt mit Frauen besetzt, aber Hiemetsberger erreicht auch mit ihnen den fast entrückten, von Erdenschwere losgelösten Glanz, den man sonst nur Knabenchören nachsagt. Und damit macht er ebenso scheinbar schwerelose, unbegrenzt bewegliche Musik, die Bachs Kompositionen in ihre feinsten Verästelungen nachverfolgen lässt. Noch nie klangen Bachs Motetten so klar, so leicht, so offen wie die Partitur selbst und gerade deshalb so geheimnis- und kunstvoll zugleich. Wenn der Vergleich erlaubt sei: die Kunst Hiemtsbergers gleicht jener der unvergleichlichen Wiener Patissiers. Sie verwenden kompromisslos nur die besten Zutaten, sie geben deren Qualitäten unverhüllt zu Erkennen und führen sie zu Komposition zusammen, deren Gesamt-Genuss auch immer ein ganz raffiniertes Geheimnis bleibt.

Laszlo Molnar

 

Sonnengesang

Osterklang


1. April 2010

 

 

Osterklang-Festival: Noch wird gebetet, zumindest musikalisch

In Zeiten, in denen jede Gelegenheit wahrgenommen wird, gegen die Restbestände des katholischen Fundaments der europäischen Kultur Halali zu blasen, können sich künstlerische Ausprägungen christlicher Glaubensbekenntnisse nicht über mangelnden Publikumszuspruch beklagen. Nie füllen sich Kirchenräume so mühelos wie bei geistlichen Konzerten. Ganz lässt den Menschen die Vision transzendenter Geistigkeit ja doch nicht los.

Interessanterweise erfreut sich in diesem Zusammenhang auch Avantgardistisches regen Zuspruchs. In keinem Konzertsaal lauschen die Zeitgenossen etwa der Musik von Sofia Gubaidulina so konzentriert wie im Kirchenschiff.

"Sonnengesang" hieß das Konzert des formidablen Chorus sine nomine in der Minoritenkirche – und die Vertonung des ekstatischen Gebetstextes von Franz von Assisi, die Gubaidulina einst für Mstislav Rostropowitsch schuf, stand am Beginn der andächtigen Zelebration.

Der virtuose Grazer Cellist Friedrich Kleinhapl trat in Rostropowitschs Fußstapfen und zauberte schwebende Emanationen der Naturtonreihe aus seinem Instrument. Diesen Klängen schien die Chormusik jeweils zu entströmen. Gubaidulinas Kunst spaltet oft Einzeltöne in kunstvoll prismatischer Fächerung auf, um in behutsamen Metamorphosen daraus Dur- und Molldreiklänge zu gewinnen.

Die setzt sie in ganz und gar unklassischer Weise zueinander in Spannungsverhältnisse und baut auf diese Weise neuartige formale Strukturen mit nur scheinbar altmodischen Mitteln. Dem großen Text kommt sie bei, indem sie hymnische Anrufungen hie und da aus furchtsam-staunenden Tiefen herauswachsen lässt: Das "Altissimo" im Zentrum des Gesangs klingt bei ihr keineswegs affirmativ, eher wie ein angstgeborener Aufschrei.

Fulminanter Chorus sine nomine

Die fulminante Ausführung durch Johannes Hiemetsbergers Chor, den Cellisten und die Schlagwerker Josef Gumpinger und David Panzl sorgte im Auditorium spürbar für Anteilnahme. So vollständig wird die Identifikation mit dem geistlichen Text dann, dass selbst die geradezu spieldosenartige Musik (samt Celeta-Harmonien, die István Mátyás beisteuerte) des Schlusses als gar nicht kitschig empfunden wird.
 

Sonnengesang

Osterklang


2. April 2010

 

 

Ikonen aus Noten

Die drei "Solocello mit Chor"-Werke von Gubaidulina, Nystedt und Tavener, die im Rahmen von Osterklang in der Minoritenkirche präsentiert wurden, hätten kaum unterschiedlicher sein können. In Gubaidulinas "Sonnengesang" war das Cello noch Gegenspieler des Chors, bei Nystedts "Stabat Mater" Begleitung und bei Taveners "Svyati" Herzstück.

Gubaidulinas tonales Werk, zu dem auch Schlagwerk gehörte, entwickelte sich unter Einsatz von Trommeln, Glockenspiel und Celesta, sowie klingenden Metallstücken zu einem feinsinnigen Klanggeflecht, bei dem Zeitlichkeit aufgehoben schien. Bei Nystedts "O Crux" konnte der Chorus sine nomine unter dem umsichtigen Leitung von Johannes Hiemetsberger sein ganzes Können beweisen, in "Stabat mater" schmiegte sich das Cello fast zur Gänze an die exakt aufeinander abgestimmten Chorstimmen.

Die Musik des Norwegers war ein reines Schweben und Atmen, ausgezeichnetes Handwerk, doch fehlte es an Substanz. Im Gegensatz zum letzten Stück: Für John Taveners kirchenslawische Gottesanrufung verteilte sich der Chor im Raum und umkreiste stimmlich das in der Mitte positionierte Cello. Friedrich Kleinhapl spielte mit Ruhe und Intensität.
 

Sonnengesang

Osterklang


2. April 2010

 

 

Sonne, Mond und Gesang

Aufzählung Mag die katholische Kirche momentan nicht die beste Reputation in der Öffentlichkeit haben, im Osterklang Wien hat sie einen perfekten Marketing-Partner gefunden: Auf der Suche nach Spiritualität schien die Minoritenkirche aus allen Nähten zu platzen.

Ja, sehr viele wollten Johannes Hiemetsberger und seinen Chorus sine nomine mit modernen Werken zu Christi Passion, den Schmerzen der Jungfrau Maria, aber auch Lobpreisungen Gottes erleben. Seit jeher beschäftigte Komponisten Franz von Assisis Hohelied auf Bruder Sonne, Schwester Mond und den höchsten Herren. Sofia Gubaidulina, bekannt für religiöse Bezüge in ihren Kompositionen, schrieb ihren "Sonnengesang" 1997. Klang ist Gubaidulinas Devise: In der Karwoche 2010 ließ der Cellist Friedrich Kleinhapl den sakralen Raum erklingen. In archaischen Beschwörungsformeln ergänzte das Soloinstrument die brachialen Einwürfeder Percussionsinstrumente, über allem die sphärischen Töne der Celesta.

Und natürlich die zarten Diskante des Chorsoprans: "Laudato si - Gelobt seist Du, Herr" wechselte sich mit energischen, versöhnlich harmonischen Musikbrocken ab. Auch wenn nicht jeder Einsatz perfekt gelang, konnte die Ausgewogenheit des Wiener Vokalensembles ebenfalls in Kurt Nystedts Kreuzweg "O Crux" überzeugen. Kurzes Werk, große Wirkung: In John Taveners "Svyati" riefen die Sänger, Chormeister Hiemetsberger und der einsame Cellist zum innigen, altslawisch-orthodoxen Gebet. Viele Momente zur Selbstreflexion.
 

Sonnengesang

Osterklang


4. April 2010

 

 

... "Sonnengesang" entfaltete - teils a cappella, teils instrumental spärlich begleitet - im Kirchenraum suggestive Kraft. Feine Linien, wie aus dem Nichts aufsteigende Klänge oder Spiele mit der Raumakustik bescheren die besondere Wirkung. Der Chorus sine nomine, in John Taveners "Svyati" in einem großen kreis im Raum verteilt, entwickelt einen scheinbar allgegenwärtigen Sound.

Man weiß: Beim Osterklang trifft man auch auf ein Publikum, das sich gerne in meditative Welten entführen lässt und bewusst dieser Verschmelzung von Ort, Inhalt und Klang folgt. So nimmt es auch nicht wunder, dass Sofia Gubaidulinas christlich-religiös geprägte, ausdrucksstarke Musik sich faszinierend entfaltet: Chorleiter Johannes Hiemetsberger, Cellist Friedrich Kleinhapl, Celesta und Schlagzeug generieren bei Gubaidulinas "Sonnengesang" eine Sogwirkung, die es in sich hat! Eingetaucht in die faszinierende Klangwelt, die zwischen ätherischen Anklängen und dichten Tonwolken schwebt.

Ein schlichter, nobler Abend!
 

Happy Birthday Jesus & Mohammed

Wiener Musikverein


23. Dezember 2009

 

 

Musikalischer Brückenschlag

Das Weihnachtskonzert der Jeunesse bot heuer einen Dialog zwischen Orient und Okzident: Traditionelle türkische Musik traf auf Chormusik aus (fast) allen Epochen.
"Happy Birthday" war der Titel dieses musikalischen Austausches, der von Vladimir Ivanoff, der Gründer und Leiter des auf der Bühne agierenden Ensemble Sarband, ausgeheckt und von Johannes Hiemetsberger dirigiert wurde. Der Oberösterreicher leitet seit fast 20 Jahren höchst erfolgreich den Chorus sine nomine. Diese bunte Sängerschar legt Engagement, Musikalität und spürbare Freude am Tun an den Tag – auch bei nicht ganz einfachen Unternehmungen, wie es wohl auch der Abend im Musikverein war. Brücken bauen ist leichter gesagt als getan im Alltag – auf dem Konzertpodium klappte es perfekt!

Ein roter oder goldener Faden

Eine bestens einstudierte Choreographie, ein ganz konsequent durchgezogener roter beziehungsweise goldener Faden: Texte zur Geburt Jesu und des Propheten Mohammed (vorgetragen von Frank Hoffmann) sind lückenlos verwoben mit einem abwechslungsreichen Musikprogramm.
Türkische – zugegeben gewöhnungsbedürftige – Klangwelten eröffnen den Abend, ehe ein Ausschnitt aus Monteverdis Marienvesper den wirklichen glanzvollen Beginn darstellt – exklusiv gespielt von Thomas Fheodoroffs Ensemble Prisma und dem Ensemble Tonus, das auch im weiteren Konzertverlauf zugegen ist.
Musikalische Höhepunkte sind etwa Eric Whitacres fein gesponnenes Lux Aurumque, eine Motette aus dem op. 74 von Johannes Brahms und auch "Friede auf Erden" von Arnold Schönberg. Besonders überzeugend ist der Chorus sine nomine bei Johann Sebastian Bach.

 

Sommer.Nacht.Traum

Kremsmünster


23. Juni 2009

 

 

Das A-cappella-Ensemble Chorus sine nomine unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger gestaltete am Sonntag im Kaisersaal in Kremsmünster bei den Oö. Stiftskonzerten ein interessantes Programm zum Thema Sommer.Nacht.Traum. In der Art eines Pasticcios vereinigten sich Vokales und Instrumentales aus der Romantik. Mit sechsstimmigen Brahms-Werken (op. 42) begann es vielversprechend. Eine Steigerung ins gesanglich Virtuose demonstrierten zwei Bearbeitungen, für 16-stimmigen (!) A-cappella-Satz angelegt. Eine Kuriosität lieferte Florian Maierl (25) mit der Bearbeitung von Themen aus Bruckners 7. Symphonie, denen für den Chor ein Text unterlegt war. Eine Rarität mit Folklore-Beiwerk waren die Szenen aus den Bayerischen Alpen (Edward Elgar) für Chor und Klavier. Die Stücke für Klavier (Istvan Matyas) unterbrachen den vokalen Strom und betonten das Thema. Zwei Zugaben, darunter ein moderner Gruß aus London

 

Sommer.Nacht.Traum

Kremsmünster


23. Juni 2009

 

 

Namenlos, doch mit namhafter Qualität

Wenn Johannes Hiemetsberger mit seinem Chorus sine nomine angekündigt ist, wissen Freunde etwa der A cappella-Musik, dass sie ein hochkarätiges Programm erwartet. Dementsprechend groß war am Sonntagabend der Andrang zum Stiftskonzert in Kremsmünster. Am Programm: "Drei Gesänge" op. 42 sowie die selten zu hörenden "Vier Gesänge" op. 17, beides von Johannes Brahms. Mit dem Stück "Ich bin der Welt abhanden gekommen" von Gustav Mahler wurde man genau so in eine transzendent-abgehobenen Stimmung von Schönklang versetzt wie bei Alban Bergs "Nachtigall". Hiemetsberger überraschte auch mit einer interessanten Bearbeitung der 7. Symphonie Anton Bruckners (1. Satz), die er mit passendem Text unterlegte: "Denn er hat seinen Engeln befohlen" - die stimmakrobatischen Herausforderungen bewältigte die 50-köpfige Sängerschar mit Bravour. Bei Schuberts "Ständchen" begeisterte nicht nur die Solistin Rita Höllhuber (Alt), sondern auch der samten begleitende Männerchor; dazu am Klavier Istvan Matyas, der auch mit einigen Zwischenspielen den Sängern eine Verschnaufpause verschaffte. Frenetischer Applaus, für den sich der Chor mit einem Spiritual bedankte.

 

Sommer.Nacht.Traum

Kremsmünster


23. Juni 2009

 

 

Der "Chorus sine nomine" fühlte sich unter Johannes Hiemetsberger in der romantischen Klang- und Ausdruckswelt hörbar pudelwohl. Nicht nur die Gesänge op. 17 und op. 42 von Brahms, sondern auch die ausgesprochenen Chor-Raritäten von Edward Elgar kamen beim Stiftskonzert in Kremsmünster glänzend an. Ebenso die von Clytus Gottwald auf satte 16-Stimmigkeit angereicherten Mahler- und Berg-Piecen, die imponierenden Eindruck hinterließen. Gar nicht zu reden von Passagen aus Bruckners "Siebenter" in der Chorfassung von Florian Maierl: ausführliche Beifallskundgebungen auch für die Instrumentalisten!

 

Dreigroschenoper

Wien / Konzerthaus


18. Juni 2009

 

 

... Und HK Gruber? Er war ein sehr souveräner Peachum und animierte als Dirignet das tadellose Klangofrum Wien, den Chorus sine nomine und auch den Sprecher Christoph Bantzer zu einer homogenen Leistung....

 

Dreigroschenoper

London / Barbican


17. Juni 2009

 

 

... And why did the band also sing one of the numbers when a large choir, the Chorus Sine Nomine, had been specially flown in from Vienna to sit doing almost nothing all night? What a waste of someone’s money. I hope it wasn’t the British taxpayers...

 

Dreigroschenoper

Laeiszhalle / Hamburg

WELT ONLINE
13. Juni 2009

 

 

... Und wo der Wiener Chor "Chorus sine nomine" am Ende des zweiten Teils seinen ersten kurzen Auftritt hatte, ließ es Gruber dynamisch ganz schön krachen...

 

Dreigroschenoper

Laeiszhalle / Hamburg

Hamburger Abendblatt
12. Juni 2009

 

 

... Einzige Ausnahme dabei war (neben Christoph Bantzer als Erzähler mit einer Vorliebe fürs dramatisch rollende R) der österreichische Multitasker HK Gruber, der das Klangforum Wien und den stimmstarken „Chorus sine nomine“ auch dann noch mit bestechender Stilsicherheit dirigierte, als er selbst den liebenswerten Fiesling Peachum wegwienerte.  ...

 

Sauseng, Totentanz

Minoritenkirche / Wien


14. April 2009

 

 

Maus im Tret-Rad

Ein "Totentanz" von anno 2009 kennt andere Gestalten als die Fresken des späten Mittelalters.
Heute heißen sie: die Hinterbliebene, der Vergessene im Narrenhemd, der Ungeduldige, der Bonvivant, die Maus im Tretrad, die linnenweiße Frau. Wortreich changiert der Text des Wildgans-Preisträgers Wolfgang Hermann zwischen phantasievoll ausgemalten surrealen Bildern und den ironischen Tiraden eines eher gemütlich geschilderten Todes.
In seiner Vertonung schießt der renommierte Wiener Kirchenmusiker Wolfgang Sauseng gewissermaßen aus allen stilistischen Rohren. Mit Polyrhythmik, tonalitätsferner Expressivität und Klangflächen fordert er den Chor heraus, bietet ihm aber auch einen quasi spätromantischen a-capella-Satz.
Bei den Solostimmen wechseln Sprache und Gesang, das kleine Instrumentalensemble fügt Farben, Akzente, virtuose Einlagen hinzu. Einmal mixt Sauseng sogar einen gregorianischen Lektionston mit Walzerklängen und Jazzrhythmen. Problematisch nur, dass er auch dem Dirigenten und dem Primgeiger (als Tod) Sprechpartien zugedacht hat.
Trotz der primär konzertanten Anlage des Werkes schwebte dem Komponisten doch eine szenische Ausgestaltung vor. Für die Wiener Minoritenkirche hat Regisseur Leo Krischke unter Einbeziehung des Raumes eine überzeugende, eindrucksvolle Lösung gefunden, die die Wirkung des Ganzen positiv abrundete.
Da war der Chorus sine nomine mit Feuereifer dabei, ganz abgesehen von seiner Glanzleistung puncto Homogenität, Klangfülle und klarster Intonation – ein Meisterstück seines Leiters Johannes Hiemetsberger! Mit gewohnter Souveränität agierte Frank Hoffmann als Erzähler; unter den Vokalsolisten stach der klare Sopran von Barbara Achammer hervor, gewandt musizierte das Ensemble Amarcord.
Ein schöner Erfolg für den Osterklang Wien!

 

Haydn, Il Ritorno di Tobia

Wiener Musikverein


2. April 2009

 

 

Wackelige Leidenschaft

Im Haydnjahr nützt der musikhistorisch bewanderte Dirigent Martin Haselböck die Chance, Vergessenes hervorzukramen. Und siehe da: Abseits der "Schöpfung" und "Jahreszeiten" hat "Papa Haydn" ein älteres, hochmelodisches Oratorium vorzuweisen. "Il ritorno di Tobia" überrascht mit schönen Arien und packenden Chorstellen. Uninspirierter ist dagegen der Text rund um die alttestamentliche Erzählung über den blinden Tobit und dessen Heilung. Sehr zu schaffen machen den Solisten – vor allem Stefanie Irányi – die virtuosen Koloraturen. Verzeihlicher sind kleine Unsicherheiten der Einspringerin Bernarda Bobro, Arien meistert sie dafür souverän, ebenso Romelia Lichtenstein, Tilman Lichdi und Florian Boesch. Haselböck wiederum dirigiert leidenschaftlich, aber unpräzise, was zu vermasselten Einsätzen führt: Bei einer ergreifenden Sopran-Arie klappt bei den Holzbläsern schlicht gar nichts. Lob verdient der Chorus sine nomine.

 

Haydn, Jahreszeiten

Meran


3. März 2009

 

 

Erfolg für jungen Dirigenten

Nach dem erfolgreichen Konzert in Brixen (siehe nebenstehenden Bericht), hat am Samstag auch das Publikum von Musik Meran Joseph Haydns Oratorium "Die Jahreszeiten" genossen. Dabei hat besonders der junge Dirigent Johannes Hiemetsberger bestochen. Er bemüht sich mit seinem "Chorus sine nomine" (CSN) und dem "L’ Orfeo Barockorchester" um die romantische Seite Haydns. Die dynamische Spannbreite, die bei Orchestern mit alten Instrumenten immer geringer ist, lotet er voll aus.

Michi Gaigg, in der alten Musik-Szene eine bekannte Persönlichkeit, zeichnet für das Orchester verantwortlich. Bewundernswerte Hörner, strahlende Flöten und klare Trompeten runden den farbigen Orchesterklang ab. Hiemetsberger hat seinen CSN hervorragend vorbereitet. Der Chor präsentiert sich als geschlossen und ausgewogen agierendes Ensemble. Der Chor klingt nie forciert, ist dynamisch elegant abgestimmt auf das Orchester und zeigt sich von einer sehr beweglichen und musikalisch überzeugenden Seite. Die drei Solisten überzeugen durch ungetrübte Gestaltungskraft. Johannes Hiemetsberger konnte alle Mitwirkenden zur Einheit zusammenfügen. Vor allem der zweite Teil hatte erfreulichen Schwung. Dieses Oratorium war auch in Meran ein würdiger Start in das Haydnjahr 2009, in dem sich der 200. Todestag jährt.

 

Haydn, Jahreszeiten

Brixen


3. März 2009

 

 

... Am ersten Frühlingstag nach dem seit Jahren schneereichsten Winter hat die Initiative "Musik und Kirche" ihrem Publikum dieses Oratorium zum Geschenk gemacht und dabei an den 200. Todestages seines Schöpfers erinnert. Und noch immer erscheint das Werk als ein großartiger Wurf wider den Geist der Zeit zumal in der Aufführung, die zu ungewöhnlicher Nachmittagsstunde im Forum Brixen gegeben wurde. Johannes Hiemetsberger verstand es mit seinem "Chorus sine nomine", dem "L’Orfeo Barockorchester" und den drei Solisten Elisabeth Wimmer (Sopran) Markus Brutscher (Tenor) und Klaus Mertens (Bass), den Geist dieses Werkes in die Jetztzeit zu übertragen. ...

 

Belshazzar

Pamplona

www.musicweb-international.com
16. Jänner 2009

 

 

...
Just as magnificent in quality and musicality was the Austrian Choir Sine Nomine. I do not know the reasons why they have this name, as it strikes me as being rather strange. If names have to do with quality, this choir should certainly have one which resounds!

...

The public enjoyed and applauded all the singers, especially Markus Brutscher. The biggest success went without a doubt to the Choir Sine Nomine. Cummings and the Wiener Akademie were applauded with less enthusiasm than they truly deserved.

 

Bach und Moderne

St. Peter / Passau


14. Oktober 2008

 

 

Heiliges hören
 
Nicht von dieser Welt: Der Chorus Sine Nomine beschert den Gästen in der Passauer St.-Peter-Kirche ein Erlebnis der Sonderklasse.
 
"Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich . . ." Schon bevor sie das Herzstück der Motette "Jesu meine Freude" von Johann Sebastian Bach singen, haben das Ensemble Chorus Sine Nomine und sein Leiter Johannes Hiemetsberger bereits alles Weltliche vergessen lassen. Zwei fesselnde Stunden lang scheint es bei ihrem Konzert zur Eröffnung des Konzertwinters am Sonntag in der Passauer Pfarrkirche St. Peter kaum Wichtigeres zu geben als das Ton gewordene Hoffen, Trösten und Preisen aus 32 exzellent aufeinander abgestimmten Kehlen.
Der mehrfach ausgezeichnete Chor lässt keinen Zweifel an seiner Professionalität im A-cappella-Fach: himmelhoch treffsichere Soprane, ein feiner, deutlich hervortretender Alt, agile und schön gefärbte Männerstimmen - nach einer kurzen Phase akustischer Verwehung finden sie sich unter der geradezu magnetischen Bündelungskraft Hiemetsbergers in einer Intonationsreinheit zusammen, die dem Zuhörer ein Oberton-Erlebnis der Sonderklasse beschert.
Zur reinen Klangfreude kommt die Freude über das spannende Programm. Den bestens artikulierten Bach-Motetten "Jesu meine Freude" und "Singet dem Herrn" stehen zeitgenössische Werke gegenüber, deren Höhepunkte mindestens ebenso staunen machen. György Ligetis "Lux aeterna": ein hypnotisierendes, 16-stimmiges Flackern und Wallen, das mit einer Stille schließt, die für sich selbst zu singen scheint. John Taveners "Svyati": ein Zwiegesang von Chor und Solo-Cello und ein in seiner Einfachheit erschütternder Ruf nach Erbarmen. Knut Nystedts "Komm süßer Tod": ein Umschmeicheln und Zerfließen von vier Teilchören, so empfindlich und zart wie ein noch nasses Aquarell, dessen leuchtendes Ende das Gefühl hinterlässt, gerade etwas Heiliges gehört zu haben. Ein größeres Geschenk können Künstler ihrem Publikum kaum machen.

 

Bach und Moderne

St. Peter / Salzburg


9. Oktober 2008

 

 

Das Etikett täuscht. Der "Chorus sine nomine" hat sehr wohl einen Namen. Wahrscheinlich ist er derzeit der beste österreichische A-cappella-Chor überhaupt. Am Mittwoch (8.10.) sang er in der Stiftskirche St. Peter Musik von und über Bach.
 
Viele Komponisten haben Bach ihre Reverenz erwiesen, und so halten es auch Schreiber zeitgenössischer Chorwerke. Offenbar wird man in Nordeuropa besonders oft fündig. Knut Nystedt, ein Norweger, hat für sein Stück "Immortal Bach" den Choral "Komm süßer Tod" hergenommen. Die Akkorde des Choralsatzes werden lange ausgehalten, in vierchöriger Technik harmonisch verdichtet und wieder ausgedünnt. Das wirkt unglaublich intensiv. Auch Sven David Sandström, ein Schwede, baut auf sechzehn Chorstimmen, um eine Barockmelodie (wenn schon nicht von Bach, so doch von Buxtehude) auszureizen und mit einem schwedischen Volkslied zu kreuzen. Wolfgang Sausengs "Psalm 131" nimmt zwar nicht dezidiert auf Bach oder den Barock Bezug. Aber in diesem Stück sind Melos und Textdeklamation perfekt aufeinander abgestimmt. Da darf man durchaus an Bach als geheimen Lehrmeister denken.
Schade eigentlich, dass Johannes Hiemetsberger und der "Chorus sine nomine" an diesem Abend nicht eine ihrer Bravournummern haben hören lassen, Dieter Schnebels zwanzigstimmigen "Contrapunctus". Das wäre die Krönung dieses Konzerts und eine ganz spezielle Bach-Abrundung gewesen.
Aber wir wollen nicht unbescheiden sein: György Ligetis "Lux aeterna" ist ein Klassiker zeitgenössischer Chormusik und erklang in beispielhafter Wiedergabe. Der "Chorus sine nomine"" hat dieses Stück mit schon Angst machender Intonationsgenauigkeit drauf. Da beginnen die Cluster in der tiefen Region Eigenleben zu entwickeln, die Schwebungen lassen imaginäre Raumklänge entstehen. So etwas gelingt nur, wenn keine einzige der sechzehn Stimmen ausweicht, wenn das Zusammenklingen auf mikrotonale Bruchteile hin ausgetüftelt ist.
Natürlich haben Hiemetsberger und sein Chor auch in Sachen Bach viel zu erzählen: Eingangs in der Motette "Jesu meine Freude", wo zum Beispiel die fünfstimmige Fuge "Ihr aber seid nicht fleischlich sondern geistlich" tatsächlich ohne jede erdgebundene Schwere dahergekommen ist und das "Gute Nacht mein Leben" zu einem Weltabschied in grenzenlosem Optimismus wurde. Und a propos Fuge: Jene aus der Motette "Singet dem Herrn" ("Alles was Odem hat ...") war ein Modellbeispiel an plastischer Durchformung. Da hat man wirklich jede Stimme gehört, jeden Einsatz und jede Stimmkreuzung. Und das trot der heiklen Akustik.
Eigenwillige Stücke sind die Kompositionen von dem 1944 geborenen John Taverner, einem der quicklebendigen Chor-Schuzheiligen Englands: Diese Kombination aus an Benjamin Britten orientierter sinnlicher Harmonik und ostkirchlicher Schwermut ist grenzwertig: Kitsch, ja freilich, geradezu unanständig wirkungsvoll! Aber wenn man das so singt (im Stück "Svyati" sogar zum saufalsch intonierenden Solo-Cello), wird auch diese Musik geadelt.

 

Voices of Nature

kunsthaus muerz


13. Juni 2008

 

 

Vokale Finessen aus dem 20. Jahrhundert

Kulturelle "Brücken in die Gegenwart" schlägt das Kunsthaus Mürzzuschlag mit einem neuen Festival, das in der Bezirkshauptstadt und in Neuberg stattfindet.
Zum Auftakt hatten Johannes Hiemetsberger und sein Wiener "Chorus sine nomine" im Anton-Webern-Saal für das anspruchsvolle Programm Werke gewählt, die "von einem Blick in die Natur ausgehend, über die Seele des Menschen reflektieren". Der Chor zeichnete sich u. a. bei Britten, Poulenc, Veljo Tormis, György Ligeti und Alban Berg in einer Bearbeitung von Clytus Gottwald durch saubere Intonation und Klangschönheit aus, die besonders im Forte zur Geltung kam.

 

Rachmaninow

Minoritenkirche / Linz


30. April 2008

 

 

In der Linzer Minoritenkirche verströmt der "Chorus sine nomine" mit Sergej Rachmaninows Vesper "Das große Morgen- und Abendlob" edelsten Weiheklangrauch. Johannes Hiemetsberger bewegte seinen Ausnahmechor in subtiler Bedachtsamkeit, die kaum bereit ist, die außergewöhnliche Chorkultur am Altar orthodoxer Archaik zu opfern, durch das "ganznächtliche Wachen". Dafür bekam er von seinem Chor schlichtweg jede Möglichkeit hochverfeinerten Ausdrucks. Die Altistin Rita Höllhuemer, der Tenor Jan Petryka und der Bass Akos Banlaky als profunder Diakon ergänzten die Feierstunde aufs Glücklichste.

 

Rachmaninow

Minoritenkirche / Linz


29. April 2008

 

 

Ein Chor ohne Namen, aber mit viel Qualität

Mit dem Chorus sine nomine und seinem Dirigenten Johannes Hiemetsberger kam in der wunderschön in neuem Glanz erstrahlenden Linzer Minoritenkirche beim jüngsten "Musica sacra"-Konzert russisch-orthodoxe Musik zum Erklingen.
Sergej Rachmaninow komponierte mitten im Ersten Weltkrieg (1915) eine "Vesper für Chor a capella" (op. 37) mit geheimnisvollen altkirchenslawischen Texten rund um die Erlösungsgeschichte. Eingebettet in Jubel und Lobesrufe aus dem Chor und solistischen Vorsängern: Rita Höllhuemer (Alt), Jan Petryka (Tenor) Akos Banlaky (Bass).
Der ob seiner großartigen Disziplin schlackenlos und strahlend klingende Chor überzeugte einmal mehr mit Qualitäten, die auch in der gesteigerten Dynamik nichts an Schönheit einbüßten.

 

Weihnachtsoratorium

Wiener Musikverein


27. Dezember 2007

 

 

... Und im Musikverein erlebte das Publikum eine Aufführung des Weihnachtsoratoriums mit dem L'Orfeo Barockorchester unter Johannes Hiemetsberger, der mit seinem Ensemlbe die Geburt Christi in besonderer Harmonie und Schönheit erzählte.
Mit dem Chorus sine nomine, der Sopranistin Sandra Trattnigg, der Altistin Cornelia Salje, dem Tenor Johannes Chum und dem Bass Josef Wagner interpretiert er das Bachwerk mit jener frischen Fröhlichkeit, Zuversicht und Gläubigkeit, die dem Teil der biblischen Weihnachtsgeschichte die Atmosphäre gibt.
Mit erhebender Wirkung hat Hiemetsberger den sechsteiligen Kantatenzyklus originalgetreu, das heißt - so weit für uns nachvollziehbar - im Klangverständnis der Entstehungszeit (1734/35) wiedergegeben. Leicht, durchsichtig, mit Gespür für Text und Musik vermittelt er - auch durch die frische Direktheit im Klang der Originalinstrumente - dem Hörer die Atmosphäre, die wohl Bachs Vorstellungen entsprochen hat.
Die Leistung von Chor, Orchester und Solisten wirkte sicher, souverän, klangschön. Alle ließen die Musik durch kraft- und ausdrucksvolle Phrasierung natürlich fließen. "Fallt mit Danken, fallt mit Loben, vor des Höchsten Gnadenthron" wurde da zu einem Höhepunkt.

 

Weihnachtsoratorium

Minoritenkirche / Linz


22. Dezember 2007

 

 

Frohlockender Chorus sine nomine

In der Reihe Musica sacra sang Donnerstagabend in der ausverkauften Minoritenkirche der Chorus sine nomine, begleitet vom L'Orfeo Barockorchester, Bachs Weihnachtsoratorium (Kantaten 1-3, 6).
Johannes Hiemetsbergers Pulteinsatz beim Eingangschor mit so viel Verve reichte für den berechtigten Jubel für sein berühmtes Vokalensemble, das einmal mehr seine Qualität bewies.
Der Magier ohne Taktstock hat die Führung seiner Sängerschar im kleinen Finger und präsentierte stolz deren Tugenden, wie absolut ausgewogene Stimmenverteilung, synchrone Atemtechnik oder gleiches Klangempfinden, die dem Werk zu einer stilistisch lebendigen Realisierung verhalfen.
...

 

Frost

Brucknerhaus Linz


1. November 2007

 

 

Der "Chorus sine nomine" begeisterte im Linzer Brucknerhaus
 
Phänomenale Intonationskultur
 
Schon wieder ein wahrhaft ungewöhnliches Chorkonzert im Linzer Brucknerhaus: Johannes Hiemetsberger stellte für seinen formidablen "Chorus sine nomine" ein dramaturgisch brilliant gestaltetes 90-Minuten-Programm zusammen und ließ dabei die Stücke in attacca-Manier unmittelbar ineinander übergehen. Stürmischer Beifall im Mittleren Saal. Man hörte u.a. Gregorianik, frühe Mehrstimmigkeit, Kompositionen von Bach, Brahms, Mahler, Schönberg und Ligeti, dazu extravagante Sologesänge in Saami-, Muslimen- und Kelten-Art sowie diverse Blas- und Zupfstücke. Außerdem gab es Lichtpainting und allerlei Texteinblendungen. Das zentrale Erlebnis des Abends: die phänomenale Intonations- und Klangkultur dieses Chores. Unvergesslich die hinreißende Wiedergabe der Motette "Friede auf Erden" von Schönberg. Besonderer Gag: Das Publikum bekam keine Programmzettel in die Hand, um es zu einer "neuen Dimension der Aufmerksamkeit und aktiven Rezeption" anzuregen. Stürmischer Beifall.

 


8. Juni 2007

 

 

Menschen, zum Klingen gebracht
 
Der "Chorus sine nomine" und seine Reise durch 500 Jahre Chorliteratur
 
Wenn einem nach Gründung eines Ensembles keine nominale Kreation in den Sinn kommen will, mit der man selbige auch etikettieren kann, dann ist es altbewährte Praxis, eben die Namenlosigkeit zum Namen zu machen: Die Resultate heißen dann "Band ohne Namen" (Berliner Pop), "XY-Band" (des Jazztrompeters Lorenz Raab) oder eben "Chorus sine nomine".
Zuweilen kann eine solche Verlegenheitslösung ihren tieferen Sinn haben: In Falle des 1991 vom damals aus Linz nach Wien übersiedelten Musikstudenten Johannes Hiemetsberger gegründeten Vokalensembles ist der Name längst auch Programm geworden - widmet man sich doch den unbekannten Rändern der Chorliteratur, wie man exemplarisch mit der CD Anonymus XX mit Raritäten aus dem 20. Jahrhundert demonstrierte.
"Wir schauen bewusst, was es sonst noch gibt", so Hiemetsberger, der sein Ensemble auch in der institutionellen Ungebundenheit seiner Namenlosigkeit gerecht werden sieht. "A-cappella-Singen ist in Österreich eine Nische, im internationalen Vergleich wird das hier wenig gepflegt. Es gibt auch wenig Repertoirevielfalt - man kommt offenbar von der Tradition nicht los."
Ein Umstand, dem Hiemetsberger auch durch Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten abzuhelfen versucht - u. a. sang der Chor die Uraufführung von Sausengs "Johannespassion". Das Repertoire ist indessen - gleichsam als Namenlosigkeit höherer Ordnung - keineswegs klar umrissen, im Gegenteil: Schon auf der Debüt-CD fanden sich neben einem Spiritual und einem "Jugoslawischen Volkslied" auch Brahms, Bruckner und Mendelssohn-Bartholdy - man wollte sich bewusst nie auf eine Epoche konzentrieren. Das Programm des Konzerts "Eurocity 2007", als Reise durch 500 Jahre europäischer Chorliteratur konzipiert, sieht Hiemetsberger als für sein Ensemble repräsentativ an, da es zwischen kleiner und großer Besetzung (etwa Thomas Tallis' 40-stimmige Motette "Spem in alium") changiere und sowohl Klassiker von Bach bis Xenakis als auch Nischenstücke etwa des Dänen Bo Holten beinhalte.
Hiemetsbergerr, der Chor- und Ensembleleitung an der Wiener Musikuniversität unterrichtet, sieht eine weitere Besonderheit seines Chores in der kontinuierlichen Probenarbeit - während viele andere Vokalensembles projektbezogen rekrutiert würden und es in Wien "mehr Namen als Chöre gibt". Die Faszination am Chorgesang? "Die Verbindung von Instrumentalist und Instrument im Sänger - eines ist vom anderen nicht zu lösen. Es geht darum, Menschen zum Klingen zu bringen - das sind Prozesse, die weit über die musikalische Arbeit hinausgehen. In der Gruppe kann sich das Potenzial des Einzelnen vervielfachen."

 

Matthäuspassion

Baden-Baden

www.omm.de
6. April 2007

 

 

... Markant machten sich die Chorsolisten in den kleinen Partien der Mägde und Zeugen, des Petrus, Judas und Weib des Pilatus bemerkbar. ...

 

Matthäuspassion

Brixen, Dom


5. April 2007

 

 

Die Matthäus-Passion ist das Schlüsselwerk der Zerrissenheit und Verzweiflung. Wenn am Beginn die Tochter Zion klagt und die Gläubigen erschrocken fragen, mischt sich der Choral als überirdischer Rettungsanker ins Geschehen. Mit diesen genialen Eingangschören aus irdischer Dramatik und sphärischer Harmonie führen Martin Haselböck, der Chorus sine nomine, das Musica Angelica Barock Orchestra und die Wiener Akademie durch den Archipel der Karfreitagsliturgie, die J. S. Bach als Ansprache an die Menschlichkeit geschrieben hat. Die Aufführung zeigt in allen Teilmomenten die superbe Kühnheit seiner Musik-Dramatik, weil sie von den Interpreten mit eindringlicher Seelenarbeit ausformuliert wird.
Allen voran meistert der Chorus sine nomine mit gewaltiger Eloquenz das Bollwerk der Volksszenen, die rasselnde Mordlust der hohen Priester oder Schriftgelehrten und steigert sich mit wundervoller Kantabilität bei den Chorälen. Mit fast übersinnlicher Dynamik begleiten die Chorsänger die Gesangsolisten, denn dort, wo sie als die Gläubigen Fragen und Antworten stellen mit Jesu als Mittelpunkt, entwickelt sich ein schmerzhafter Wechselkontrast, der von den Instrumentalisten in sublime Tondramatik eingefangen wird. Martin Haselböck ist als Leiter souverän. Die fließenden Übergänge der Singstimmen mit den Instrumenten werden sorgfältig ausphrasiert, die Da-capo-Stellen klingen nie nach monotoner Wiederholung, und die Christusworte hören wir im eingebetteten Streicherklang.
Lyrisch wundervoll bringen sich auch die Orchestersoli in die Bibelallegorie ein...

 

Matthäuspassionn

Wiener Musikverein


29. März 2007

 

 

Martin Haselböck mit der "Matthäuspassion" auf Welttournee: Beim Zwischenstopp im Musikverein hörte man eine in sich gekehrte, dem Werk Bachs angemessene Wiedergabe ohne plakative Effekthascherei.
Der Lorbeer bei den Ensembles gebührt dem durch Johannes Hiemetsberger brillant vorbereiteten Chorus sine nomine für die Realisierung der ihm anvertrauten Solos sowie des zweichörigen Parts ...

 

Rosa mystica

Minoritenkirche / Linz


18. Dezember 2006

 

 

Griff nach Sternen und vokale Gipfelwanderung
Der "Chorus sine nomine" zählt zu den gefragtesten A-cappella-Chören Österreichs, überrascht immer wieder mit exzellenter Gesangs- und Gestaltungskunst, beeindruckt mit erlesenen Programmen und greift nach den Sternen der Kompositionskunst. Das zeigte beeindruckend das Freitag-Konzert bei "Musica sacra" in der voll besetzten Linzer Minoritenkirche.
Wie selbstverständlich und mühelos werden Motetten für 40 (!) verschiedene Stimmen realisiert, die gleichsam einen Teppich aus Raumklang in die Kirche zaubern und die Zuhörer in ein Ton-Meer tauchen. Je ein Werk stammt vom Engländer Th. Tallis (1505 - 1585) für acht Chöre und vom Italiener A. Striggio (1535 - 1592) für zehn (!) Chöre. Letzteres bildet eines der eindrucksvollsten Stücke der polyphonen Renaissance-Musik. Diesen Vorbildern eiferte mit Erfolg Eric Whitacre (*1970) aus den USA nach. In Raumklang verwandelte auch Jan Sandström (*1954) aus Schweden eine alte Weise. Eine herrliche Bach-Motette für zwei vierstimmige Chöre erlebte eine plastische Wiedergabe, und zwei Motetten vom Niederländer J. P. Sweelinck passten genau dazu.
Die Brücke zur Moderne bildete eine herbe Brahms-Motette, und einen Schritt weiter und knapp an die seinerzeit üblichen Grenzen der Tonkunst führend, geriet A. Schönbergs wirkungsvoller Chor "Friede auf Erden" aus 1907 überaus packend..
Johannes Hiemetsberger vermittelte diese Leistungen durch beste Einstudierung und stetig modellierendes Dirigieren; dazu kam gelegentlich eine kleine Continuo-Gruppe samt Orgel (Johannes Bogner).

 

Rosa mystica

Minoritenkirche / Linz


18. Dezember 2006

 

 

Auch "namenlos" einsame Spitze
In der Konzertreihe "Musica sacra - Musik in Linzer Kirchen" gastierte am Freitag in der Minoritenkirche eines der gefragtesten Vokalensembles Österreichs: der Chorus sine nomine, vor 15 Jahren vom heute 35-jährigen Oberösterreicher Johannes Hiemetsberger gegründet und mittlerweile zu einer Perfektion gelangt, die nach wie vor keinen passenden Namen für dies' "namenlose" "Sängerorchester" finden ließe. Hiemetsberger schickt seine Schäflein im Laufe des Abends "auf Wanderschaft", teilt sie auf in Gruppen vor dem Altar, hinten im Kirchenraum und in den Seitenschiffen. So werden imposante "Klangdome" höchster Präzision errichtet und ein wunderbares Raum- und Klangerlebnis vermittelt, das der Dirigent mitten aus dem Publikum lenkt. Kaum zu glauben, wie diese Einheitlichkeit auch bei 40 Stimmen (!) funktioniert. Vielfältig fiel auch das Programm aus, mit Werken alter Meister wie Bach, Praetorius oder Sweelinck, an die sich Schönberg, Brahms und der 36-jährige Amerikaner Eric Whitacre reihten. Seltsam, dass der Applaus gar nicht so enthusiastisch ausfiel.

 

Rosa mystica

Minoritenkirche / Linz


17. Dezember 2006

 

 

Chorkonzert der Extraklasse in der Linzer Minoritenkirche: Der mit 60 SängerInnen antretende "Chorus sine nomine" demonstrierte unter Johannes Hiemetsberger im Zentrum effektvolle Beispiele frühbarocker Mehrchörigkeit.
Dabei verteilten sich die Choristen im Kirchenraum und sangen eine "Motette für 40 Stimmen in acht Chören" von Striggio. Daneben Werke von Prätorius, Sweelink, Bach, Brahms, Whitacre und das in Spätromantik aufglühende "Friede auf Erden" von Schönberg.

 

Wegbereiter und Widersacherr

Brucknerfest Linz


25. September 2006

 

 

Polyphonie, gänsehautverdächtig
Chormusik von "Wegbereitern, Zeitgenossen und Widersachern" Anton Bruckners sang der Chorus sine nomine in einem Brucknerfest-Konzert im Brucknerhaus.
Von Norbert Trawöger

Der Chorus sine nomine widmete sein, speziell für das Brucknerfest gestaltete, Chorprogramm dem Um- und Spannungsfeld sowie der Nachwelt Anton Bruckners und bewies wieder einmal seine eminente Qualitäten. Der programmatische Bogen spannte sich von Pierluigi da Palestrina bis hin zu Gustav Mahler. Der aus Oberösterreich stammende Chorchef Johannes Hiemetsberger hat über die Jahre nicht nur ein hochflexibles Stimmkollektiv geformt, sondern überzeugt immer wieder von neuem durch intelligente Programme. Vier Motetten aus Palestrinas "Canticum Canticorum" waren ein betörender geistlicher Einstieg, der sich hocherotisch aufgeladener Texte aus dem Hohen Lied der Liebe bedient. Hierbei wurde man vor allem der Sehnsucht gewahr, dass man diese Musik in einem Kirchenraum erleben möchte. Der akustisch staubtrockene Mittlere Saal des Brucknerhaus, noch dazu voll besetzt, ist nicht unbedingt ein geeigneter Chorsing- wie Chorhörplatz. Was Hiemetsberger auch davor bewahrte, Bruckner Motetten aufs Programm zu setzen. Die Brucknerhaus-Leitung wäre auch hinsichtlich des Programmheftes in die Pflicht zu nehmen. Die Allgemeinplätze der Programmnotizen scheinen einem internationalen Musikfestival nicht würdig. Drei geistliche Madrigale aus Johann Hermann Scheins "Israelbrünnlein" (1623) boten Gelegenheit Musik kennenzulernen, die teils in nahezu durchgeknallter Polyphonie badet. - Eine Polyphonie, die in Johann Sebastian Bachs doppelchöriger Motette "Singt dem Herren ein neues Lied" einen Gipfelpunkt erreicht. Der Chorus sine nomine, unterstützt von einer groovenden Continuogruppe, fächert diesen Klangkosmos in einer stimmlich warmen wie wachen Präsenz auf, die gänsehautverdächtige Sogwirkung ausstrahlt und dabei in einer bodenständigen Erdverbundenheit daher kommt. Bei Brahms' "Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz" bemerkt man erst wie epochal wendig dieser Chor ist. Die Stimmen klingen mehr nach einem romantischen Orchester, der Klangkörper sucht nach fetterem Ausdruck und findet ihn. Der zweite Teil schwenkte in weltliche Chormusik von Hugo Wolf und Gustav Mahler. Der deutsche Chorleiter Clytus Gottwald hat grenzgeniale Transkriptionen für 16 stimmigen Chor a capella geschaffen, die für sich ein Meisterwerk darstellen. So blicken einen "Die zwei blauen Augen" (Lieder eines fahrenden Gesellen) in einer Blickdichte an, dass die Seele eine Gänsehaut bekommt. Ein Zustand, der bei "Ich bin der Welt abhanden gekommen", noch gesteigert wurde. Wenn sich der namenlose Solosopran für Momente in himmlische Höhen begab, vermeinte man eben dort zu sein!

 

Die Jahreszeiten

Stefaniensaal / Graz


2. August 2006

 

 

...
Mit Cornelia Horak, Daniel Johannsen und Mathias Hausmann waren die solistischen Landleute erstklassig besetzt. Der eigentliche Protagonist dieses Abschlusskonzertes der diesjährigen steirischen Festspiele war aber der von Johannes Hiemetsberger sorgfältig einstudierte Chorus sine nomine, der äußerst intonationssicher agierte und selbst in den Tutti-Stellen phonetisch bestens verständlich blieb.

 

Die Jahreszeiten

Stefaniensaal / Graz


31. Juli 2006

 

 

... Dass - um in der Diktion der Jahreszeiten-Dichtung zu bleiben - Freude in die Brust strömte, dafür sorgte auch der ausgezeichnete Chorus sine nominee, ein Ensemble von internationalem Format.
Sehr ansprechend sangen die Solisten Cornelia Horak, Daniel Johannsen und Mathias Hausmann.

 

Die Jahreszeiten

Stefaniensaal / Graz


31. Juli 2006

 

 

In aufklärerischer Gesinnung, geleitet ganz vom deklamierten Wort, dirigierte Jordi Savall Haydns "Jahreszeiten" im Stephaniensaal.
So erklärt sich ein schlanker Interpretationsstil abseits platter Klangschwelgerei. Den "französischen Quark" (Haydn) allzu reflexhafter Naturschilderung verbannte Savall in den Hintergrund und überließ es elementareren Kräften, diesen imaginierten Kosmos entstehen zu lassen. So peitschte der Sommersturm durch den exzellenten Chorus sine nomine (Johannes Hiemetsberger) und auch Cornelia Horak (Hanne) und Daniel Johannsen (Lukas) strotzten vor Gestaltungskraft. Dem gegenüber blieb Mathias Hausmann (Simon) zurück, nicht das Orchester recreation in kammerorchestraler Besetzung.

 

h-Moll Messe

Stift Engelszell


25. Juli 2006

 

 

"Namenlose Freude" mit den Chören
... Unüberhörbare Glanzlichter setzte aber erst Johannes Hiemetsbergers Chorus sine nomine der Aufführung auf. Einmal mehr erwies sich der Klangkörper als Chor der Spitzenklasse mit der Plastizität seiner Stimmen, Brillanz der Textausdeutung, Beweglichkeit der Dynamik und Souveränität, mit der er die vielstimmig fugierten Chorsätze meisterte.
Aus Dankbarkeit für die Begegnung wurde lautstark applaudiert. G. SZ.

 

h-Moll Messe

Stift Engelszell


25. Juli 2006

 

 

Eine festlich strahlende, beflügelte Wiedergabe der h-Moll-Messe von Bach in der Stiftskirche Engelszell: Der Dirigent Martin Haselböck sorgte für straff durchgehaltene Tempi, der Chorus sine nomine (Einstudierung Johannes
Hiemetsberger
) für imponierende Vokalbrillanz. Die Instrumentalsolisten der Wiener Akademie signalisierten namentlich in den Holzbläsern Qualität, und die Gesangssolisten lösten ihre Aufgaben mit stilistischer Kompetenz.
Nicht zu vergessen die sakrale Raumakustik, die manchen konkreten musikalischen Vorgang zum Mysterium verwandelte. Viel Beifall. BS

 

h-Moll Messe

Stift Engelszell


25. Juli 2006

 

 

Phänomenaler Chor für Bach

Die Aufführung von J. S. Bachs h-Moll-Messe ("Hohe Messe") durch erfahrene Sänger und Instrumentalisten in der Stiftskirche Engelszell am Sonntag ließ die Schwierigkeiten spüren, dem Werk in allen Facetten gerecht zu werden.
Diese Partitur zählt zu den gewaltigsten Messkompositionen der Musikgeschichte. Für die geballten Aufgaben erwies sich das Vokalensemble "Chorus sine nomine", hervorragend von Johannes Hiemetsberger einstudiert, als Volltreffer. Die Aufgaben eines vollen Barockorchesters war den Streichern der "Wiener Akademie" und einer Reihe von hervorragenden, zusätzlich noch konzertierenden Bläsersolisten übertragen. Dirigent Martin Haselböck liebt langsame, aber in der Regel furiose Tempi. Dadurch verwischt der amorphe Klangbrei viele Details und Klangfarben. Die große Lautstärke ließ oft Passagen "scheppern". Pauken und Trompeten "zerdrückten" ihre Takte.
Ergreifende Aussage und Miterleben der Messe stellten sich bei dem Klangbrei nicht ein.

 

O flos colende
Duomo di Firenze

Il Giornale
9. Juli 2006

 

 

Mozart, deliziose raritŕ

La rassegna di musica sacra "O flos colende" ha celebrato il 250 anniversario della nascita di Mozart con un bel concerto tenuto in Duomo dall' austriaco Chorus sine nomine diretto da Johannes Hiemetsberger e con la partecipazione degli organisti Andreas Peterl ed Helenka Fleischmannova. Il prestigioso appuntamento musicale, svolto in coproduzione con Ravenna Festival, si basava infatti su un programma interamente imperniato sulla produzione sacra del Settecento, con una particolare attenzione rivolta al grande compositore salisburghese, di cui sono stati proposti sia brani risalenti all' epoca del suo primo soggiorno italiano del 1770 (quando si trovava fra Bologna e Firenze), sia della sua maturitŕ; ad essi si alternavano alcuni lavori dei fratelli Johann Michael e Franz Joseph Haydn e del marchese Pierre-Eugčne-Francois de Ligniville, compositore dilettante e sovrintendente musicale del Granducato, che ovviamente conobbe il giovanissimo Mozart in occasione del suo viaggio in Italia. Di questa curiosa figura di "ministro" delle poste e della musica č stata eseguita la prima ripresa moderna - grazie alla trascrizione di Gabriele Giacomelli, direttore artistico di "O flos colende" - di un elaborato ed ampio "Stabat Mater" a tre voci, costruito attraverso un ermetico stile contrappuntistico: qui il Chorus sine nomine, dopo aver offerto un' intensa interpretazione di alcuni brani giovanili di Mozart (fra cui ricordiamo lo splendido "Cantate Domino in fa maggiore KV 89a") ha potuto esibire le sue ottime qualitŕ vocali, basate su un' intonazione assolutamente perfetta e su una precisione estrema nel ricostruire i complessi ed enigmatici canoni che caratterizzano la composizione. Fondamentale la guida esperta e sicura di Johannes Hiemetsberger, che, dopo il monumentale "Stabat Mater" di de Ligniville, č ritornato all amato Mozart, proponendone l' "Alleluia KV 553" e l' "Ave Maria KV 554", eseguiti in modo toccante nella loro purezza e serena semplicitŕ, per poi continuare con una lettura luminosa di due canti devozionali di Franz Joseph Haydn e concludendo infine proprio con uno dei piů celebri componimenti sacri di Mozart, l' affascinante "Ave verum corpus KV 618", restituito in tutta la sua commovente carica espressiva. Grande successo di pubblico, che ha tributato lunghi applausi al direttore ed al bravissimo Chorus sine nomine.

Übersetzung:

Das Festival für geistliche Musik "O flos colende" feierte im Dom den 250. Jahrestag von Mozarts Geburtstag mit einem schönen Konzert des österreichischen Chorus sine nomine, geleitet von Johannes Hiemetsberger und unter der Mitwirkung der Organisten Andreas Peterl und Helenka Fleischmannova.
Der prestigeträchtige Termin, in Zusammenarbeit mit Ravenna Festival veranstaltet, folgte einem Programm, in dessen Mittelpunkt geistliche Werke des 18. Jahrhunderts standen, mit besonderem Augenmerk auf den großen Salzburger Komponisten, von dem sowohl Stücke, die auf seinen 1. italienischen Aufenthalt 1770 zurück gehen (als er sich zwischen Bologna und Florenz aufhielt), als auch Werke aus seinen reifen Jahren dargeboten wurden.
Mit diesen Stücken wechselten sich Werke der Brüder Johann Michael und Franz Joseph Haydn und und des Marquis Pierre-Eugene-Francois de Ligniville ab, eines Amateur-Komponisten, der gleichzeitig eine Art musikalischer Leiter des Großherzogtums war, und welcher den sehr jungen Mozart anlässlich seiner Italien-Reise kennen gelernt hatte.
Von dieser kuriosen Figur - er war Post- und Musikminister - wurde hier ein komplexes, ausladendes, 3-stimmiges, in strengem Kontrapunktstil komponiertes Stabat Mater zum ersten Mal in moderner Fassung wiederaufgeführt - dank der Transkription von Gabriele Giacomelli, dem künstlerischen Leiter von "O flos colende". Hierbei konnte der Chorus sine nomine, nach der intensiven Interpretation der Jugendwerke Mozarts (von denen wir besonders das herrliche Cantate Domino in F-Dur KV 89aII erwähnen möchten), seine sehr gute stimmliche Qualität präsentieren, welche auf einer absolut perfekten Intonation und auf einer äußersten Präzision bei der Wiedergabe der komplexen und enigmatischen Kanons, die das Stück ausmachen, basiert.
Dabei grundlegend ist die erfahrene und sichere Leitung von Johannes Hiemetsberger, der nach dem monumentalen Stabat Mater von de Ligniville zum geliebten Mozart zurückkehrte. Zunächst wurden Alleluia KV 553 und Ave Maria KV 554 in ihrer Reinheit und klaren Einfachheit berührend aufgeführt, dann mit leuchtender Wiedergabe zweier geistlicher Lieder von Franz Joseph Haydn fortgesetzt und mit einem der bekanntesten geistlichen Werke Mozarts abgeschlossen - mit dem faszinierenden Ave verum corpus KV 618, das in seiner ganzen berührenden Ausdruckskraft wiedergegeben wurde.
Großer Erfolg beim Publikum, das dem Leiter und dem sehr guten Chorus sine nomine lange Beifall zollte.

 

O flos colende
Duomo di Firenze

L' Unitŕ Firenze
13. Juli 2006

 

 

O Flos colende e il Mozart "canonico"

... Al Mozart canonico era dedicato giovedě scorso in Duomo l' eccellente concerto del Chorus sine nomine di Vienna diretto da Johannes Hiemetsberger per la rassegna O flos colende, con un bel gruppo di composizioni su testo liturgico latino, alcune delle quali scritte all' epoco di primo soggiorno di Mozart in Italia, nel 1770. Intercalate a gioielli come l' Ave verum KV 618 e a brani corali di Joseph e Michael Haydn, si sono ascoltate cose poco note di Mozart ragazzo, soprendenti per ingegnositŕ o, al contrario, per la grazia rococň in cui questi difficili intrecci finiscono per risolversi. Ma sorprendente (per una dottrina spinta alla bizzarria, al gusto del rebus musicale), anche lo Stabat Mater di de Ligneville, trascritto per l' occasione dal direttore artistico di O flos colende, Gabriele Giacomelli; e interessante il confronto fra le due versioni di Quaerite primum regnum Dei KV 86. Ottima esecuzione per trasparenza delle linee e soavitŕ d' emissione ed espressione, successo calorosissimo.

Übersetzung:

... Dem Mozart der Kanons war vergangenen Donnerstag im Rahmen des Festivals "O flos colende" das exzellente Konzert des Chorus sine nomine aus Wien, geleitet von Johannes Hiemetsberger, gewidmet. ...
... Sehr gute Aufführung dank der Transparenz der Linien und der Sanftheit der Stimmführung und des Ausdrucks - bejubelter Erfolg.

 

Bach Passionen
Tempio di Valdese / Turin


11. April 2006

 

 

Per la Settimana di Pasqua, secondo l'uso cosi diffuso nel Nord Europa, l'Unione Musicale ha convocato al Tempio Valdese la Wiener Akademie e il Chorus Sine Nomine diretti da Martin Haselboeck per farci rivivere e rileggere le due maggiori Passioni di Bach, secondo Giovanni e Matteo, in due serate consecutive; occasione preziosa, a parte la bellezza autonoma, per un confronto ravvicinato fra due creazioni che testimoniano la grandezza del genio bachiano; ...
I giovani del Coro Sine Nomine sono ammirevoli per freschezza di voci e stile; ...

 

h-Moll Messe
Wiener Musikverein


24. März 2006

 

 

Wien - Der eingefleischte Lutheraner Johann Sebastian Bach, geformt vom Protestantismus, schrieb - zeitweilig - Musik für den katholischen Hof in Dresden. Ein Unikat! Martin Haselböck und seine Wiener Akademie zeigten im Großen Musikvereinssaal gemeinsam mit dem elastisch musizierenden Chorus sine nomine (Einstudierung Johannes Hiemetsberger) in ihrer recht gefeierten Interpretation, dass hier - wie überall auf der Welt - Leid, Einsamkeit, Entzücken und Wonne präsent sind.
...
Haselböcks Lesart dieser großen catholischen Messe zeugte gleich zu Beginn des Kyrie eleison von Beziehungsreichtum und überkonfessioneller Gläubigkeit. Der Hörer wurde in die Welt der großen und tiefen Gefühle im Heute und Hier geschickt. Und dort blieb man bis zur Schlusskadenz.
Prachtvoll durchschritten inzwischen die Chorbässe den Kosmos im "Sanctus", klug dosierte Haselböck die Steigerungen des "Dona nobis pacem". Immer wieder kündeten Seufzerbewegungen seines auf historischen Instrumenten spielenden Orchesters von der bevorstehenden Auferstehung.

 

h-Moll Messe
Wiener Musikverein


23. März 2006

 

 

...
Der Chor, ausgezeichnet einstudiert von Johannes Hiemetsberger, gewann die Gesamtwertung jedenfalls mit Abstand. Dass die Positionierung der kaum mehr als 30 Choristen fast an der Rampe, in Kombination mit der recht dicht besetzten Wiener Akademie im Großen Saal eine optimale Konstellation war, ist zu bezweifeln.

...

 

h-Moll Messe

Wiener Musikverein


23. März 2006

 

 

So wie es Architektur Ensembles gibt, die nicht in einem Zug, sondern nach und nach geschaffen wurden, jedoch anmuten, als wären sie wie aus einem Guss, existieren auch in der Musik hochrangige, in sich geschlossene, wiewohl Stück für Stück entstandene Werke. Bachs h Moll Messe etwa, von der man im Wiener Musikverein unter der engagierten Leitung Martin Haselböcks eine Aufführung erleben durfte.
...
Lydia Vierlinger (Alt) und der Chorus sine nomine (Leitung: Johannes Hiemetsberger) jedoch verdienen das Prädikat: hervorragend. In beiden Fällen intonationsgetreue, instrumentale Stimmführung, wie bei Bach unabdingbar, jeweils gepaart mit echter Empfindung.

 

Mass
 


16. Februar 2006

 

 

Bernsteins "Mass ist eine Collage vertonter liturgischer Texte verschiedener Herkunft und Sprachen. Mehr als 200 Mitwirkende sind notwendig, also entschied man sich für eine konzertante Aufführung des szenisch konzipierten Werkes. Man war aber um Theateratmosphäre bemüht. Vielfalt herrscht in der Musik: Ives, Bartok, Mahler, Puccini, Blues und Gospel lassen grüßen; Bernsteins "Pranke ist allgegenwärtig. Großartig Randall Scarlata im schwierigen Part des "Celebranten". Ein Lob gilt aber allen Künstlern rund um Johannes Hiemetsberger. Auch den soliden Niederösterreichischen Tonkünstlern. Chefdirigent Kristjan Järvi brachte die Riesenbesetzung gut unter einen Hut, deckte aber teilweise die Stimmen zu.

 

Mass
 


16. Februar 2006

 

 

Musikdrive der Ökumene
Bernsteins "Mass" im Wiener Konzerthaus
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Das Theaterstück für Sänger, Schauspieler und Tänzer ist eines der aufwändigsten besetzten Vokalwerke überhaupt. Dirigent Kristjan Järvi thematisiert hier im Jeunesse-Konzert - gemeinsam mit dem von ihm gegründeten Absolute Ensemble New York, den Tonkünstlern, dem Chorus sine nomine, der Company of Music und dem Tölzer Knabenchor - die Glaubenskrise der modernen Menschheit.
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Mass
 


16. Februar 2006

 

 

Die Messe ist noch lange nicht zu Ende
Leonard Bernsteins "Mass" im Konzerthaus: spannend.

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Nach 25 Jahren war das Werk am Dienstag erstmals wieder in Österreich zu hören: Kristjan Järvi, die NÖ Tonkünstler, das "Absolute Ensemble", der Chorus sine nomine, die Company of Music, der Tölzer Knabenchor und Randall Scarlata als Zelebrant stellten sich der Herausforderung.
Das Spektakel verfehlt auch heute seine Wirkung nicht. Befremden löst das erste Auftreten des Zelebranten aus, der da seine Glaubenssätze verkündet, noch weiß man nicht, ist das Ernst oder Ironie? Glaubenskrise, Zweifel und Verzweiflung sind bitterer Ernst, das stellt sich im Laufe der Geschichte heraus. Am Schluss ist alles gut, und es heißt: "The mass is ended. Go in peace." Die Tölzer Knaben gehen durch den Saal, drücken Hände und wünschen "Peace".
Großartig, mit welcher Authentizität Scarlatta als Priester agiert, wie konstant seine Gesangsleistung über zwei Stunden bleibt. Mehr Applaus erntet zum Schluss nur der Solist des Tölzer Knabenchors für sein technisch perfektes, engelsgleiches "Lauda". Kristjan Järvi gelingt es fast immer, die sämtlich lobenswerten Musiker und Sänger zu koordinieren, die Musikstile zu einem Werk zusammenzufügen.

 

Mass
 


16. Februar 2006

 

 

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Im Wiener Konzerthaus erwies sich Kristjan Järvi als perfekter Stratege mit Gespür für Bernsteins Klangdramaturgie. Er beschert monumentales Klangtheater, schwelgt aber auch in Momenten, in denen Stimmen, besonders die Bubenstimmen durch feine Lyrik berühren und der Himmel sich - wie bei Gustav Mahler - zu öffnen scheint.
Souverän steuert er das Riesenaufgebot an Sängern und Musikern durch die Extrem-Partitur: Tonkünstler, Järvis Absolute Ensemble - es präsentiert sich demnächst auch mit Frank Zappas Musik -, Chorus sine nomine, Company of Music und Tölzer Knabenchor waren hervorragend studiert. Eindrucksvoll Randall Scarlatas Zelebrant mit kraftvollem, wortdeutlichem Bariton.

 

a cappella
Chor- und Orgeltage Hohenems


18. Oktober 2005

 

 

"Sine nomine", aber mit atemberaubendem Können
15 Jahre gibt es die Chor- und Orgeltage Hohenems, die am Sonntagabend den exzellenten Chorus sine nomine aus Wien präsentierten.
Schon vor zwei Jahren begeisterte der Chorus sine nomine in Hohenems. Am Sonntag folgte er gerne der Wiedereinladung in die Stadt, die sich zu einem musikalischen Zentrum entwickelt. Chormusik des 20. Jahrhunderts hatten die jungen SängerInnen aus Wien unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger auf dem Programm, durchwegs solche, die hohe Virtuosität, lupenreine Intonation und oft solistische Sicherheit und Stimmführung verlangte.
So die "Sieben Magnificat Antiphonen" von Arvo Pärt mit ihren subtilen Reibungen. Oder das kantatenartige Chorwerk des Dänen Bo Holten mit dem Titel "Regn og Rusk og Rosenbusk" – "Regen und Schauer und Rosenbusch", das dem Chor eigenwillige Tongebungen und der Sopransolistin (Theresa Dlouhy) astronomische Höhen abverlangt. Oder ein Chorstück, das Dieter Schnebel dem "Contrapunctus I" aus Bachs "Kunst der Fuge" nachempfunden hat, das zwanzigstimmig ist und bei dem die SängerInnen unter dem Publikum im gesamten Kirchenraum verteilt waren.
Im Gegensatz dazu standen die kompakten Klänge von Johannes Brahms’ "Schaffe in mir, Gott ..." und dem 16 stimmigen Werk "Es ist genug" von Sven David Sandström. "Genug" hatte das zahlreiche Publikum danach noch nicht. Eine wiederum sehr anspruchsvolle Chorversion von Gustav Mahlers "Ich bin der Welt abhanden gekommen" und eine schlichte Fassung eines Liedes von Hugo Wolf waren Dank für den herzlichen Applaus.

 

a cappella
Chor- und Orgeltage Hohenems


18. Oktober 2005

 

 

Volltreffer zum Finale
Das sonntägliche Abschlusskonzert war ein Volltreffer, gab es doch mit dem exzellenten Wiener "Chorus sine nomine" ein Wiedersehen mit Freunden, deren international gerühmte Kunst man bereits vor zwei Jahren hier bewundert hatte.
Es schien, als sei der junge, 40-köpfige Konzertchor in dieser Zeit noch weiter gereift, gerundet, gefestigt. Johannes Hiemetsberger hat aus fantastischem Stimmmaterial ein hochsensibles Instrument herangebildet, erreicht damit traumhafte Ergebnisse an Klangschönheit und Wärme, Textdeutlichkeit und Intonationssicherheit.
Jahrhundertealte Chortradition konfrontiert er mit Raritäten der Gegenwart, setzt sie in Beziehung zueinander, etwa in Arvo Pärts archaischen "Magnificat Antiphonen", in Bo Holtens doppelchörigem "Regn og Rusk" nach Andersen, wo man die extreme Höhe der Solistin Theresa Dlouhy bewundert. Alexander Koller stellt den Contrapunctus I aus Bachs "Kunst der Fuge" vor, bevor 20 Stimmen, im Publikum verteilt, diesen nach Dieter Schnebel summen und brummen und damit faszinierende Wirkung erzielen.

 

h-Moll Messe
Styriarte / Pöllau


1. August 2005

 

 

Triumph der Stille
Mit einer geradezu fulminanten Aufführung des Bach'schen "Opus ultimum" beendete die heutige styriarte ihren Konzertzyklus. Jordi Savall dirigierte eine in sich ruhende, zurückhaltende "h-Moll-Messe" und stellt damit deren stille Größe hervor, ohne sich ein einziges Mal im Ton zu vergreifen und falschen Pathos zu beschwören.

Die Entscheidung, einen Countertenor für die Altpassage einzusetzen, ist zwar Geschmackssache, mit der Besetzung von Pascal Bertin braucht man über den Geschmack nicht lange streiten. Wie überhaupt die Solisten sich durchwegs als hochkarätig darstellten: Sopranistin Maria Cristina Kiehr, Mezzo Judith Scherrer-Klebel, Tenor Robert Getchell und Bass Stephan MacLeod sangen ihre Partien unaufdringlich schön. Der Chorus sine nomine machte sich mit kristallener Reinheit vedient und das Concert des Nations war bravourös. Bach hätte mit der schlichten Größe, die Savall erzeugt, wahrhaft Freude!

 

h-Moll Messe
Styriarte / Pöllau


1. August 2005

 

 

Herzschlag des Dirigenten als perfektes Leitinstrument
Monumentales Finale der "styriarte" in Pöllau: Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe unter Jordi Savall.

Dass Perfektion, im Sinne von Vollendung, den letzten Abend der "styriarte" beherrschte, vermag bei Johann Sebastian Bachs grandioser h-Moll-Messe in den Händen von Jordi Savall nicht zu verwundern. Scharen waren nach Pöllau gepilgert, um in der prächtigen Kulisse der dortigen Pfarrkiche diesem für hiesige Verhältnisse epochalen Ereignis beizuwohnen.
Le Concert des Nations war - nicht zuletzt wohl aufgrund der Raumgröße - im Continuo und in den Flöten auch während der Arien und Duette doppelt besetzt. Wenn sich Musiker darob den Herzschlag des Dirigenten zu eigen machen, ist dessen Koordination trotz sparsamster Gestik faszinierend. Der großartig eingestimmte Chorus sine nomine erklomm jene Gipfel an Diktion und Phrasierungskunst, die vielen anderen Sängerschaften vorenthalten bleiben. 
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Kammermusikfest
Lockenhaus


9. Juli 2005

 

 

... Als sensationell zu werten war der Auftritt des "Chorus sine nomine" unter Johannes Hiemetsberger.  Mit berückender stimmlicher Klarheit sangen die jungen Leute drei von Mendelssohns "Liedern, im Freien zu singen", fächerten das dichte Stimmgewebe in "Es ist genug" des schwedischen Komponisten Sven-David Sandström durchsichtig auf. Und in einer Anderson-Vertonung des Dänen Bo Holten überwältigte das Stimmwunder eines engelgleich die höchsten Höhen erklimmenden Solosoprans. ...

 

Cry
Wiener Musikverein


13. November 2004

 

 

... Extreme Gegensätze auch im Brahmssaal des Musikvereins: In den "heiligen Hallen der Kammermusik" putzten sich Sänger des "Chorus sine nomine" coram publico die Zähne, erkletterten die Zuhörerbänke und verwandelten den Saal in einen rhythmisch lärmenden Marktplatz. Der Wiener Chor unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger wagte damit ein eigenwilliges Experiment zur Publikumserziehung. 55 Minuten audio-visueller Reizüberflutung (ein bunt gemischter und schmackhaft präsentierter musikalischer Warenkorb, in dem sich auch Mozarts "Lacrimosa" als Tango fand, eingebettet in ein verwirrendes, aber kurzweiliges szenisches Konzept) bezweckten vor allem eines: Unterwandern von Erwartungshaltungen.
Blickdichte Kartonbrillen auf den Nasen, lauschte man am Schluss dem Gesang "Es ist genug" des schwedischen Komponisten Sven David Sandström. Gewissermaßen frei nach dem "Kleinen Prinzen": Man sieht nur mit den Ohren gut. ...

Cry
Brucknerhaus Linz


2. November 2004

 

 

Gegen die Banalität

Heutzutage will die Musik oft nicht mehr entdeckt werden, sondern vielmehr lässt man sich möglichst Bekanntes zu den Ohren hintragen. Und genau hier setzen Johannes Hiemetsberger und sein Chorus sine nomine dagegen.
Ein Programm, das höchste Neugierde und Aufmerksamkeit verlangt, wurde am Samstag im Brucknerhaus uraufgeführt. "Cry" - entwickelt aus einer banalen, alltäglichen familiären Szene - entpuppt sich immer mehr zum symbolistischen Geheimnis, das viele Antworten zulässt, aber kaum welche gibt.
Der Chorus sine nomine formierte sich allmählich aus Einzelaktionen, die sich immer dichter ineinander verstrickten, zu einem kompakten Klangkörper.
Erst beim letzten Stück setzte so etwas wie traditionelles Chorsingen ein, indem Johannes Hiemetsberger die "handfeste" Leitung übernahm. So agierten die Chormitglieder als Schauspieler, Solisten, Pantomimen in dem von Hiemetsberger, Hannes Schwed und Claudia Bühlmann entwickelten Konzept, das weder Chorkonzert, noch Theaterstück sein wollte, sondern eben "CRY": Ein Aufschrei gegen das "In-Bedeutungslosigkeit-Verfallen".
Ein intensiver Abend, der einen richtigen Weg in eine neue Qualität der Rezeption eingeschlagen hat.

Cry
Brucknerhaus Linz


2. November 2004

 

 

Der ausgezeichnet einstudierte "Chorus sine nomine" gastierte mit schrägen Ideen im Linzer Brucknerhaus. "Cry" nannte sich das Konzept, das bewusst Sequenzen aneinander reihte, ohne Anspruch auf Sinnhaftigkeit zu erheben. Die Hörerlebnisse ähnelten dem Genuss eines verwirrenden Haubenmenüs: hier ein bisschen Satie, dort U2, dann wieder Mozart oder eine Einlage von Arvo Pärt. Zwischendurch wurden kindliche Reminiszenzen wachgerüttelt.

Dreigroschenoper
Wiener Konzerthaus


9. November 2004

 

 

Kurt Weill thront im Zentrum des kompositorischen Herrgottswinkels von Heinz Karl Gruber: Wie souverän und elegant Weill in brillantem Satz abwechslungsreiche Harmonik und intelligente Nebenstimmen mit lockerer Ohrwurmqualität in Einklang zu bringen wusste, darüber kann Gruber stundenlang schwärmen.
1999 gipfelte diese Verehrung in einer fulminanten CD-Produktion der "Dreigroschenoper" mit Gruber als Sänger und Dirigent; nun wurde das Projekt in ähnlicher Besetzung im Großen Konzerthaussaal wiederholt.
Gleich blieb, gottlob, das Orchester: Im Ensemble Modern hat Gruber orchestrale Mitstreiter gefunden, die Schmiss und Biss der Partitur mit lustvoll-knalliger Virtuosität auf den Punkt bringen, auf Grubers Geheiß (und mit dem Chorus sine nomine) Brucknersche Wucht entfachen und Weills Ironie mit der Träne im Knopfloch zu zelebrieren wissen. Nur so ist Weill zu spielen. Herrlich!
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Carmina Burana
Jeunesse Festival 2004
Wiener Konzerthaus


13. Oktober 2004

 

 

Als "Classic Proms" war das letzte Konzert des Jeunesse-Festivals im Wiener Konzerthaus angesetzt: Die Sitzreihen waren weggeräumt, sitzend oder stehend konnte man Carl Orffs "Carmina Burana" folgen - und theoretisch auch entspannt durch den Saal promenieren. So richtig entspannt wirkte allerdings niemand: Viel zu fesselnd war, was das Radiosinfonieorchester Wien unter Johannes Wildner sowie der "Chorus sine nomine" (unter Johannes Hiemetsberger) und die "Gumpoldskirchner Spatzen" (unter Elisabeth Ziegler) boten. Sie verliehen Orffs suggestiver Klangsprache viel Verve, so gerieten die "Cantiones profanae" zur packenden musikalischen Erzählung. (Wenn auch mit anfangs schwankendem Tempo.)
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Carmina Burana
Jeunesse Festival 2004
Wiener Konzerthaus


12. Oktober 2004

 

 

... Proms-Feeling war beim Abschlusskonzert des Jeunesse-Festivals angesagt. Wie beim englischen Vorbild wurde die Bestuhlung des Konzerthaus-Parketts weggeräumt, mehr oder weniger entspannt lauschte das junge Publikum stehend oder (zumeist) auf dem Boden kauernd den "Carmina burana".
"Junge Herzen voller Glut finden sich, und so ist's gut" heißt es in "Amor volat undique". Der Text fand seine Entsprechung im Saal: Erfrischend jugendlich war nicht nur das Publikum, sondern auch der Sound, den der "Chorus sine nomine" von Johannes Hiemetsberger produzierte. Die jungen Sänger formten mit großem Schwung, Enthusiasmus und sehr präzise die Klangfarben und scharfen Kontraste, die Orff aus den Konsonanten und Vokalen der Textvorlage gewinnt...

Rappresentatione di Anima et di Corpo
Styriarte 2004
Basilika Stift Rein


25. Juli 2004

 

 

...   „Le Concert de Nations“ bietet unter der Leitung von Jordi Savall eine farbige, austarierte Wiedergabe, die dank einer exzellenten Solistenschar (unter anderem Montserrat Figueras, Adriana Fernandez, Furio Zanasi, Antonio Abete und Carlos Mena) und den wunderbaren „Chorus sine nomine“ Modellcharakter beanspruchen kann. Die dezente „Inszenierung“ orientiert sich an der Uraufführung, die auf einer kleinen „Wolke“ projizierte Übertitelung macht das Geschehen (allerdings wohl nur in den vorderen Reihen) gut mitverfolgbar. Kurz: eine absolut vorbildliche Aufführung.

La Betulia liberata
Osterklang 2004
Theater an der Wien


14. April 2004

 

 

... Womit schließlich noch der gewohnt klangschöne Chorus sine nomine zu erwähnen ist - und zu aller Letzt freilich der lautstarke Applaus, der in erster Linie de Billy gelten muss: Viel besser hätte man diesen kargen Kar-Klängen kaum beikommen können. 

La Betulia liberata
Osterklang 2004
Theater an der Wien


11. April 2004

 

 

Ein neuer Höhepunkt beim Festival Osterklang. Das RSO Wien, das unter seinem Chef Bertrand de Billy seine Kompetenz in Sachen Mozart beachtlich vergrößert hat, führte im Theater an der Wien die "Azione sacra" nach Pietro metastasiio, "La Betulia liberata" auf.
De Billy geht an das Werk des 15-jährigen Mozart mit Frische, Freude am Schönklang, Elastizität heran. Er lässt das RSO mit Impetus aufspielen, Chorus sine nomine (perfekte Einstudierung: Johannes Hiemetsberger) bringt in die Statik der Chorszenen Lebendigkeit, Feierlichkeit und das große Staunen über Kraft und Tugend der tatkräftigen Giuditta, die ins Feindeslager geht, den Feldherrn Holofernes enthauptet und so die Stadt Betulien befreit.
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Internationales Brucknerfest

Linz 2003

Alter Dom


6. Oktober 2003

 

 

Der fabelhafte "Chorus sine nomine" unter Johannes Hiemetsberger brachte beim Linzer Brucknerfest Musik von verinnerlichter Religiosität zum Erklingen. Johann Nepomuk Davids grenzgehend-expressive Deutsche Messe erklang bei all ihrer vertrackten Polyphonie als exzessiv-sinnliche Gottesbeschwörung. Es zeigten sich Freude über die durch Enthaltsamkeit zum Klingen gebrachten Bruckner-Motetten und tiefes Glück über die doppelchörige Messe Frank Martins. Mit Mahlers "Ich bin der Welt abhanden gekommen" kam einem ein Abend voll von ergreifenden Klängen abhanden.

Internationales Brucknerfest

Linz 2003

Alter Dom


6. Oktober 2003

 

 

Himmelstürmende Klangschönheit

Der Oberösterreicher Johannes Hiemetsberger hat 1991 als 20-Jähriger in Wien den "Chorus sine nomine" gegründet, der sich inzwischen einen höchst anerkannten Namen gemacht hat und in der Kunst des A-cappella-Singens eine beinahe unübertreffliche Klangschönheit entfaltet. Beim Chorkonzert zum Brucknerfest im Linzer Alten Dom konnte man schon bei den ersten Kyrie-Rufen ein außergewöhnliches Konzertereignis erahnen - ein besonderes Lob, dass Hiemetsberger J. N. Davids "Deutsche Messe für gemischten Chor a cappella" ins Zentrum stellte. Das himmelstürmende Sanctus erklang in überirdischer Vollendung die Antwort des Publikums war atemlose, ergriffene Stille. Passend darauf folgten fünf Bruckner-Motetten. Mit der "Messe für Doppelchor a cappella" von Frank Martin war nochmals alle Konzentration der Sänger gefordert, die mit samtener Stimmpräsenz und strahlend klarer Lupenreinheit durchgehalten wurde. Viel Zuspruch für ein Konzerterlebnis der besonderen Art.

Internationales Brucknerfest

Linz 2003

Alter Dom


6. Oktober 2003

 

 

Spitzen-Vokalensemble

Ein Klangkörper der Traumklasse ist das Vokalensemble "Chorus sine nomine" 1991 gegründet und seit Anbeginn geleitet von Johannes Hiemetsberger. Er zeichnet sich aus durch ein Optimum an Gesangskultur und Sicherheit, an Geläufigkeit und Homogenität, durch Spannweite von feinstem Piano bis zu kraftvollem Forte. Beim Samstag-Konzert im Alten Dom bot er davon eindrucksvolle Kostproben. Die Wiedergabe von J.N.Davids "Deutscher Messe" ließ alle Heimtücken und Schwierigkeiten vergessen. Fünf Bruckner-Motetten überraschten durch einen Zusammenklang, schöner und runder kaum denkbar. Frank Martins "Messe für Doppelchor a cappella" gelang mühelos und eindrucksvoll. Das I-Tüpferl der Sangeskunst zeigte die höchst ausgewogene Zugabe: Mahlers "Ich bin der Welt abhanden gekommen" von Clytus Gottwald für 16-stimmigen(!) Chor bearbeitet wurde von den knapp 60 Mitwirkenden dargeboten - einem Klang-Spinnennetz gleich.

Uraufführung: W.SAUSENG
Passio Iesu (Johannespassion)

Minoritenkirche Krems / St. Ursula Wien


28. April 2003

 

 

Ein Jahrhundertwerk

Eine neue Passionsmusik erlebte ihre Uraufführung in der Minoritenkirche: die "Passio Iesu" nach Johannes von Wolfgang Sauseng. Und um es gleich vorwegzunehmen – es war ein Ereignis. Diese Komposition ist das bedeutendste Werk dieser Gattung seit der von Penderecki. Obwohl in der Anlage etwas anders strukturiert als die barocke Passion, kann sie das Vorbild Bach nicht verleugnen. Es werden Kirchentonarten der Ostkirche und auch deren Texte zusätzlich verwendet, Das Musikbild ist klar strukturiert, gut durchhörbar, kein falsches Experimentieren um des Effektes willen. Das ganze Werk gliedert sich in fünf Teile.

Zentralstück ist das Verhör vor Pilatus. Wobei die Stimmen des Herrn vom Hauptchor übernommen werden und Pilatus von einem kleinen Sängerensemble gesungen wird. Auch der Evangelist greift mit "Kreuzige" in das Geschehen ein. Eine packende Szene, die ganze Furchtbarkeit offenbarend. Ebenso die Kreuzigungsszene danach – die Natur verstummt fast vor solchem Frevel. Und das könnte man noch weiterführen.

Es ist spannend, packend, ergreifend und mitreißend bis zum Schlusshymnus, diesmal aus der Ostkirche "So wie Du es voraussagst, wirst Du auferstehen". Ein kleines Instrumentalensemble, das aber größte Wirkung erzielt mit viel Schlagwerk (gekonnt dosiert, wo nötig, brutal, wo gefordert), und ein fast im Dauereinsatz stehender Evangelist (großartig: Daniel Johannsen), meist nur von einem Instrument begleitet, alles ohne Mensur notiert und daher doppelt schwierig.

Nicht zu vergessen der Hauptakteur, der "Chorus sine nomine", der das Werk in Auftrag gab – großartig wie immer. Der Dirigent Johannes Hiemetsberger war dem Werk der beste Anwalt. Jubel über Jubel. Ein Jahrhundertwerk – es wird es für die, die es nicht hören konnten oder wieder hören wollen, auch im ORF-Shop in Kürze geben.

Christus am Ölberge
Goldener Saal / Musikverein Wien


7. April 2003

 

 

Die Ausweitung des Repertoires ist eines der großen Ziele von Bertrand de Billy. Und der Chefdirigent des Radio Symphonieorchesters Wien kann dabei bereits erste Erfolge verbuchen. Im Musikverein führte Bertrand de Billy das exzellent disponierte Orchester durch die atmosphärischen Welten eines Olivier Messiaen und durch Ludwig van Beethovens zu Unrecht selten gespieltes Oratorium „Christus am Ölberge“. Ein Triumph"
... Herrlich nuanciert auch Beethovens „Christus am Ölberge“, wo der von Johannes Hiemetsberger gut einstudierte Chorus sine nomine sowie das ausgezeichnete Solistenterzett (der Tenor Jonas Kaufmann, die Sopranistin Luba Orgonasova und der Bassist Hanno Müller-Brachmann) vokal auftrumpften.
Das RSO-Wien und Bertrand de Billy sind weiter auf Erfolgskurs. Ein Faktum, das auch den Eigentümer ORF mit Stolz erfüllen sollte. Großer Jubel.

Auferstehungssymphonie
Großer Saal / Konzerthaus Wien


April 2003

 

 

Programming Mahler in Vienna may seem like so much coal in Newcastle you can count on annual performances of most of the symphonies, excepting the gargantuan Eighth. Yet it is only prudent for the Vienna Radio Symphony (RSO), which normally focuses on 20th-century music, to present a Mahler symphony every so often: those concerts always sell out, and at high prices a distinct advantage for this orchestra when so many of its inexpensive concerts of new music fail to draw capacity crowds.
The RSO's music director, Bertrand de Billy, is best known for his work in opera: a guest at all of the world's top houses, he has been music director of Barcelona's Gran Teatre del Liceu since 1999. That vocation suits him perfectly for Mahler's Second, one of the most unabashedly operatic of the symphonies.
...
Regina Schörg poured her creamy soprano into her brief assignment, but Brigitta Svendén's reedy mezzo sounded a bit dry and lacked the necessary profundity, making this listener miss all the more the great Christa Ludwig, who retired nearly a decade ago. The Sine Nomine Chorus, an accomplished bunch of young singers, sensitively made their entrance in a near-religious ppp and joyously exploded in the symphony's final minutes. This was the most successful Mahler performance in Vienna so far this season, a fact underlined by the reticent confession of my concert companion, a Mahler neophyte, that he was moved to tears.

Auferstehungssymphonie
Großer Saal / Konzerthaus Wien


3. Februar 2003

 

 

Das RSO Wien, der Chorus sine nomine und Bertrand de Billy begeisterten das Konzerthauspublikum mit einer durch Risikobereitschaft und klangliche Ekstase geprägten Zweiten Symphonie von Gustav Mahler.

"Auferstehn, ja auferstehn" Mahlers überreligiöser Jenseitsjubel, diesmal ebenso klangvoll wie sauber angestimmt vom Chorus sine nomine, war zwar das Ziel, nicht aber das Zentrum von Mahlers Zweiter am Freitag im Wiener Konzerthaus.
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Um das Misterioso, jene zwischen Bangen und Ahnen aufkeimende transzendentale Hoffnung war es de Billy weniger zu tun in diesem großen musikalischen Welttheater. Der grandiosen Schlußwirkung tat dies allerdings keinen Abbruch: Dem begeisterten Chor stand ein Radiosymphonie-Orchester Wien zur Seite, das wieder einmal in doppeltem Sinne um sein Leben spielte. Dämmert den Verantwortlichen im ORF langsam, welches künstlerische Kapital sie da leichtfertig über Bord werfen wollen?
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Weihnachtshistorie
Goldener Saal / Musikverein Wien


23. Dezember 2002

 

 

Glaubensgewißheit im Glanz des Barock
Heinrich Schütz dominierte das Weihnachtskonzert der Musikalischen Jugend im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins.
Heinrich Schütz, genau hundert Jahre älter als Johann Sebastian Bach, war vor diesem zweifellos der bedeutendste Komponist des deutschsprachigen Raums. Anders als Bach hat er jedoch sein Schaffen fast ausschließlich der geistlichen Musik gewidmet, die für ihn stets "Predigt in Tönen" bedeutete.
Schön, daß die Jeunesse musicales ihr Wiener Weihnachtskonzert zum Großteil unter die Patronanz des "Sagittarius" (so das Sternbild Schütze lateinisch) gestellt hat. Anhand dreier Kleinodien konnte da im ersten Teil die weihnachtliche Heilsgeschichte lückenlos aufgerollt werden: Von der Verkündigungsszene ("Sei gegrüßet, Maria", SWV 333) über die Heimsuchung (das mehrchörige Magnificat, SWV 468) bis zur "Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt" SWV 435. Gerade diese "Weihnachtshistorie" ist ja in ihrer Beschränkung auf das Bibelwort, aber auch in ihrer lebensvollen Farbigkeit Bachs Weihnachtsoratorium gleichrangig an die Seite zu stellen.
Johannes Hiemetsberger brachte das mit seinem "Chorus sine nomine", den perfekt gemeisterten historischen Instrumenten der Wiener Akademie und den stilkundigen Solisten ganz vorzüglich zum Klingen; unter ihnen ragten Andreas Schagerl als mitfühlender Evangelist, Elisabeth Kulman als jubilierender Engel und Klemens Geyerhofer als verschlagener Herodes besonders hervor.
Nach der Pause präsentierte Hiemetsberger an Hand der eleganten Weihnachtsmotetten von Francis Poulenc dann die geradezu überwältigende Qualität seines Chores puncto Homogenität, Intonationssicherheit und Klangschönheit, ehe sich mit der Rückkehr zum Barock der Himmel barocker Klangarchitektur auftat. Zwei Psalmen von Schütz, ein fünfchöriges "In dulci jubilo" von Praetorius - Musik als tönender Raum, zuletzt, von der Orgelempore herab, mit dem Fanfarenglanz des Trompetenconsorts Innsbruck überhöht. Da konnte der Jubel des Publikums nicht ausbleiben . . .

Eröffnungskonzert
Kammermusiktage Lockenhaus


5. Juli 2002

 

 

Freundliche Pracht in Lockenhaus
... Im Eröffnungskonzert dieses Jahres war es der "Chorus sine nomine" aus Wien, der unter der straffen Führung von Johannes Hiemetsberger in den Kirchenraum eine angemessen sakrale Aura hineintrug.
... überzeugte die rund 50köpfige, jugendliche Sängerschar durch Präzision, Klangfülle und Transparenz der Stimmführung: So bei Allegris legendenumwobenem "Miserere", Bachs weit ausschwingender Motette "Jesu meine Freude", aber auch mit einem faszinierenden "Pater noster" des baltischen Komponisten Vytautas Miskinis, der über dem Ostinato des Beginns und Endes dramatische Klangballungen anhäuft.
Mit Johann Sebastian Bach hatte Gidon Kremers einsame Geige von der Orgelempore herab atmosphärische Spannungsverhältnisse zu den einzelnen Chorwerken aufgebaut. Nach der Pause berührte, ja verstörte Kremer im Kreise seiner fulminanten Kremerata Baltica mit dem "Concerto funebre" von Karl Amadeus Hartmann: Wie hellsichtig der depressive Komponist schon 1939 das unsagbare Leid der kommenden Jahre vorausahnte, das kam in Kremers bis an die Grenzen der Ausdrucksmöglichkeiten vorstoßendem Spiel beklemmend zum Vorschein. Hanns Eislers Chorstück "Gegen den Krieg" bot dazu den extrovertiert-veräußerlichten, gleichwohl höchst eindrucksvollen Gegenpol. Und nur auf "Svyati" für Chor und Violoncello von John Taverner (geboren 1944) mit seinen banalen Cellophrasen, primitiven Chorpassagen und pseudo-orthodoxen Brummchören als Abschluß hätte man gerne verzichtet. Aber da war der Erfolg des Abends längst entschieden.

 

Eröffnungskonzert
Kammermusiktage Lockenhaus


4. Juli 2002

 

 

Musikfest Lockenhaus 2002 eröffnet
... Sein (Gidon Kremer) Musizieren war Botschaft, die Programmauswahl des mit höchster Perfektion musizierenden Chorus sine nomine (u.a. Allegris „Miserere“, ein rhythmisches „Pater noster“ des Litauers Miskinis oder Eislers „Gegen den Krieg“) ebenso stark. Und wenn zum Finale John Taveners „Svyati“ pastos-chorisch aufgetragen wurde, eine junge Cellistin mit intensivem Vibrato Töne himmelwärts trug, dann durfte auch Einfachheit bewegen. 

 

cori spezatti
Salzburger Pfingstfestspiele


21. Mai 2002

 

 

"Pfingsten + Barock", das Salzburger Festival Alter Musik, darf im Jahre Eins der Ära Ruzicka mit seinem Erfolg zufrieden sein.
Sonntag zu später Stunde dann noch das traditionelle geistliche Konzert in der Kollegienkirche. Der junge Dirigent Johannes Hiemetsberger und sein noch jüngerer "Chorus sine nomine" erprobten sich mit sauberer Intonation an "Musik im Raum", mehrchörigen Werken von Allegri, Tallis, Giovanni Gabrieli und Heinrich Schütz.

 

cori spezatti
Salzburger Pfingstfestspiele


21. Mai 2002

 

 

40 Stimmen vereinen sich zu polyphoner Dichte

Ungewöhnlicher Chorgesang auch in der (ausverkauften) Kollegienkirche: Acht Gruppen mit je fünf Sängern - und keine verdeckten Imitationen, sondern tatsächlich 40 selbstständig geführte Stimmen: Damit gehört die Motette "Spem in alium" von Thomas Tallis, einem Shakespeare-Zeitgenossen, zum Eindrucksvollsten, was je an "Raumklang" erdacht worden ist. In weiter Bewegung verdichtet sich das Geschehen, wandert von einer Seite allmählich auf die andere. Einmal lockern Echo-Effekte auf, dann wieder stehen plötzlich markante Worte in allen Gruppen gleichzeitig da.
Das Programm "Cori spezzati" versammelte Gassenhauer der Mehrchörigkeit, von Gregorio Allegri ("Miserere") über Giovanni Gabrieli (ein spätes "Magnificat") bis zu Heinrich Schütz.

 

Mozart - Requiem
Wiener Akademie / Konzerthaus


1. März 2002

 

 

Das Requiem unter der Lupe 
"Mythos und Krimi" versprach die Jeunesse im Wiener Konzerthaus mit Mozarts Requiem - und leugnete dann beides zugunsten purer Musik. 
... Die hatte in der Wiener Akademie und dem Chorus sine nomine sehr gute Interpreten gefunden: Johannes Hiemetsberger realisierte in zum Teil nostalgisch breiten Tempi, aber mit der Kenntnis historischer Aufführungspraxis, eine um manche Zusätze gereinigte Süßmayr-Fassung - geprägt von oft harten Orchesterakzenten, aber auch von füllig-rundem, homogenem Chorklang; die Soli dominierte der leuchtende Sopran von Rachel Harnisch.

 

Mozart - Requiem; Purcell; Bach
Wiener Akademie / Musikverein


1. März 2002

 

 

Musikalische Trauer 
Chorus sine nomine bei Jeunesse
... zählt gewiss der homogene, kraftvolle Klang. ...

 

Bruckner - Messe in f-moll
RSO Wien / Konzerthaus


26. Oktober 2001

 

 

„Namenlose“ Freude
Konzerthaus: RSO-Wien unter Boder 
Chorus sine nomine nennt sich eine von Johannes Hiemetsberger gegründete Kammerchor-Vereinigung - 10 Jahre ist sie jung, erst vor wenigen Tagen hat sie sich selbst ein Geburtstagsgeschenk gemacht und den EBU-Wettbewerb „Let the people sing“ gewonnen. Eine Einladung zu Salzburgs Pfingstfestspielen war bereits davor ausgesprochen.

Namenlos ist sie damit nur mehr ihrer selbst gewählten Bezeichnung nach. Dass sie in Anton Bruckners „Messe in f-Moll“ Mittwoch das Solistenquartett in den Schatten stellten konnte, ehrt die jungen Sänger, weniger die Damen Merbeth und Hölzl, die Herren Beczala und Reiter. Freude am Musizieren und ein klarer, differenzierter Gesamtklang (nur in den Anfangspassagen schlichen sich kleinste Turbulenzen ein) zeichnen den Chor ebenso aus wie Tragfähigkeit und Homogenität. 

Michael Boder, im Konzerthaus am Dirigentenpult, konnte auch das RSO-Wien animieren, stünde der nächste Chef (mit De Billy) nicht schon fest, er wäre ein heißer Tipp. Feinfühlig die Eröffnung des „Benedictus“, kraftvoll viele Bläserpassagen. Ebenso versprühte Hindemiths „Mathis der Maler“ vor der Pause (Opern-) Dramatik - wenngleich über manchen Details noch (lichter) Oktobernebel lag. Boder jedoch versteht sein Handwerk, nicht nur das.

 

Bruckner - Messe in f-moll
RSO Wien / Konzerthaus


31. Oktober 2001

 

 

Bruckners wunde Punkte 

Michael Boder und das RSO Wien offenbarten an einem nicht ganz ausgegorenen Abend wunde Punkte in Bruckners f-Moll-Messe. 

Zuweilen wirkte das erste Konzert im RSO-Zyklus im Großen Wiener Konzerthaussaal wie eine vielversprechende Generalprobe: Paul Hindemiths "Mathis"-Symphonie schien mit den richtigen Farben, aber mit deutlich gröberem Pinsel nachempfunden, als ihn der Meister des Isenheimer Altares verwendet hätte. Dirigent Michael Boder umschiffte dabei Pathos so weit, daß sogar die hymnischen Schlußsteigerungen recht nüchtern und trocken gerieten. Diese Haltung schien auch seine Sicht auf Bruckners f-Moll-Messe zu prägen, die allerdings ebenso beeinträchtigt wurde durch den Eindruck des Unfertigen. Lob verdient jedenfalls Johannes Hiemetsbergers "Chorus sine nomine": Mit Sicherheit und guter Intonation bewältigte der Chor seine Aufgabe. 

Daß im begeisterten Überschwang die Gesangssolisten immer wieder zugedeckt wurden, störte wegen deren bloß mittlerer Güte (Ausnahme: Tenor Pjotr Beczala) kaum. Trotz einigen nicht notierten Tempokontrasten, die Boder sich erlaubte, nahm er dem Werk dennoch nichts von seinen Schroffheiten, im Gegenteil: Durch buchstabengetreu exekutierte Details wurde das Verschrobene, Ungelenke etwa der überhetzten Schlüsse von Gloria und Credo richtig deutlich - eine Art Interpretationsrealismus mit beeindruckender sachlicher Qualität, die dem Werk keineswegs Gewalt antat, sondern es durch Stärken und Schwächen bündig charakterisierte.

 

EBU Chorwettbewerb
'Let the Peoples Sing'


18. Oktober 2001

 

 

...
The jury plucked as many as five adult choirs from the semi-finals. So high was the standard, so difficult the adjudication that, although the winners were justifiably the impeccably groomed yet impassioned Chorus Sine Nomine from Austria with their programme of Wolf, Miskinis and Ligeti, two other choirs had to be placed in joint second place. 
It was easy to see why. No jury could, with a clear conscience, have ignored the equal excellence yet vastly different character of Denmark's Coro Misto, their sturdily disciplined and warmly balanced texture, and the Academic Choir APZ Tone Tomsic from the University of Ljubljana. The Slovenians were encouraged to sing even Mendelssohn with their entire bodies, and with a robust, raw physicality which also held within it a rare imaginative refinement. ...

Übersetzung:
Die Jury wählte fünf Erwachsenen-Chöre aus dem Semifinale aus. Der Standard war hoch, die Beurteilung schwierig, dennoch der Sieger gerechtfertigt: der makellos gepflegte aber leidenschaftliche 'Chorus sine nomine' aus Österreich mit seinem Programm (Wolf, Miskinis und Ligeti). Zwei andere Chöre teilen sich den zweiten Platz.
Es war leicht zu sehen warum. Keine Jury könnte reinen Gewissens die gleichwertige hervorragende Leistung der beiden Chöre ignorieren, so sehr sie sich auch im Charakter unterschieden: Dänemarks 'Coro Misto' mit fester Disziplin und ausgeglichener Struktur und der 'Academic Choir APZ Tone Tomsic' der Universität in Laibach. Die Slowenen waren ermutigt sogar Mendelssohn mit ihren ganzen Körpern, und mit einer nüchternen, unverfälschten Physikalität zu singen, die auch eine seltene phantasiereiche Verfeinerung enthielt. 

 

EBU Chorwettbewerb
'Let the Peoples Sing'


18. Oktober 2001

 

 

Oö. Erfolg bei Chorwettbewerb
Beim Finale des von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) ausgerichteten Wettbewerbs für Amateurchöre „Let the Peoples Sing“ hat der österreichische „Chorus sine nomine“ den Ersten Preis gewonnen. Das vom Oberösterreicher Johannes Hiemetsberger geleitete Ensemble setzte sich in der Klasse Erwachsenen-Chöre gegen Konkurrenten aus Dänemark, Slowenien, Holland und Kanada durch und wurde von einer internationalen Jury in London ausgezeichnet. Österreichische Chöre haben sich schon mehrfach erfolgreich an dem alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb beteiligt. Der letzte Erste Preis durch den „Concentus vocalis“ liegt allerdings schon 15 Jahre zurück. In den nächsten Tagen erscheint eine neue CD des „Chorus sind nomine“ mit dem Titel „Anonymus XX.

 

EBU Chorwettbewerb
'Let the Peoples Sing'


18. Oktober 2001

 

 

Sieg im Chorwettbewerb
Beim Finale des weltweit bedeutendsten Wettbewerbs für Amateurchöre "Let the People Sing" hat der von Johannes Hiemetsberger geleitete österreichische "Chorus sine nomine" den Ersten Preis in der Klasse der Erwachsenen-Chöre gewonnen. Die Konkurrenten kamen aus Dänemark, Slowenien, Holland und Kanada.

 

EBU Chorwettbewerb
'Let the Peoples Sing'


18. Oktober 2001

 

 

EBU-Wettbewerb: Chor aus Österreich
Beim Finale des EBU-Chorwettbewerbs "Let the Peoples Sing", dem weltweit bedeutendsten Wettbewerb für Amateurchöre, hat der vom ORF nominierte "Chorus sine nomine" den ersten Preis gewonnen. Die Veranstaltung wurde am vergangenen Sonntag live auf Österreich 1 übertragen.

 

EBU Chorwettbewerb
'Let the Peoples Sing'


18. Oktober 2001

 

 

Heimischer Chor gewinnt
Beim Finale des Wettbewerbs für Amateurchöre "Let the Peoples Sing" hat die von Johannes Hiemetsberger geleitete österreichische Vereinigung "Chorus sine nomine" in der Klasse der Erwachsenen-Chöre gegen Konkurrenz aus Dänemark, Slowenien, Holland und Kanada den ersten Preis gewonnen. Das Vokalensemble wurde in London von einer internationalen Jury ausgezeichnet.

 

EBU Chorwettbewerb
'Let the Peoples Sing'


18. Oktober 2001

 

 

EBU-Chorwettbewerb: 1. Preis für Österreich
Beim Finale des weltweit bedeutendsten Wettbewerbs für Amateurchöre hat der vom ORF nominierte Chorus sine nomine den 1. Preis gewonnen. Der von Johannes Hiemetsberger geleitete Chor trat am vergangenen Sonntag in der besonders qualitätsvoll bestückten Klasse der Erwachsenen-Chöre gegen ausgewählte Konkurrenten aus Dänemark, Slowenien, Holland und Kanada an.
Alle Chöre sangen live in der Londoner Queen Elizabeth Hall oder in ihren Heimatländern, von wo ihre Darbietungen via Satellit übertragen wurden. Das Programm des Chorus sine nomine bestand aus Chorwerken von Hugo Wolf, Vytautas Miškinis und György Ligeti.
Neben dem Chorus sine nomine wurden von der in London befindlichen internationalen Jury mit einem 1. Preis ausgezeichnet: in der Kategorie der Kinderchöre der polnische Chor "Szczygielki“ und in der Kategorie der Jugendchöre der Chor der lettischen Musikakademie....
In der CD-Edition von ORF / Österreich 1 wird in den nächsten Tagen eine neue CD mit dem Chorus sind nomine unter Johannes Hiemetsberger erscheinen. Die CD mit dem Titel "Anonymus XX" enthält zum Teil auch jene Werke, die der Chor beim EBU-Wettbewerb sang

 

'Aufstieg und Fall
der Stadt Mahagonny'


18. September 2001

 

 

'... Heinz-Karl Gruber zeigte in der Umsetzung die große Affinität, die er, wie er in den einleitenden Worten zu verstehen gab, für dieses Werk hat. Ohne auf die Wirksamkeit der eingänglichen an Schlager erinnernden Musik des 2. Aktes zu verzichten, legte er den von Weill geforderten Schwerpunkt auf die epische Tiefe der dramatischen Musik, indem er, den Anweisungen des Komponisten folgendend, den "musikalischen Ablauf sicherte" und dabei die Gefahr des Abgleitens ins Ironische oder Groteske zu vermeiden wusste...
Dazu standen ihm das Bruckner Orchester,..., sowie ein vorzüglich auf Sprechkultur studierter Chorus sine nomine zur Verfügung. Aus dem insgesamt hervorragenden und sehr homogenen Sängerensemble stachen Gabriel Sadé als stimmlich brillanter und ausdrucksstarker Jimmy und Marie McLaughlin als subtile Jenny hervor. ... Ein großer Abend, der - vielleicht als Auftakt zu einer Serie so genannter "entarteter Musik" - Lust auf mehr machte.

 

'Aufstieg und Fall
der Stadt Mahagonny'


18. September 2001

 

 

'Nach dieser scheinbaren Schönheit des Wohlklangs schürfte am Sonntag im etwa halbvollen Saal des Brucknerhauses das glänzend disponierte Bruckner-Orchester mit sehr viel Animo. Dabei wurde das aufwendige Unternehmen durch die große Besetzung und die nötigen exotischen Instrumente (z. B. Bandoneon) gewiss nicht erleichtert, doch dürften auch die Musiker den energiegeladenen Antriebskräften des Dirigenten Heinz-Karl Gruber erlegen sein. Johannes Hiemetsberger hatte den "Chorus sine nomine" ideal vorbereitet. ... Erwähnt sei, dass sich diese Oper für eine konzertante Wiedergabe eigentlich kaum eignet, weil zu viel an optischer Wirkung verloren geht: die Tanzszenen, die Atmosphäre, viel Bewegung und die Dekorationen. In Anbetracht dessen kann man die Vitalität der Aufführung nicht hoch genug schätzen.'

 

'Aufstieg und Fall
der Stadt Mahagonny'


18. September 2001

 

 

'... Nachhaltigen Eindruck hinterließ die konzertante Aufführung der Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Kurt Weill am Sonntagabend beim Brucknerfest in Linz. Unter der Leitung von Heinz-Karl Gruber musizierten das Bruckner Orchester Linz, der Chorus sine nomine und ein Solistenensemble. ... Ungeachtet der sozialkritischen Aussagen des Textes von Bertolt Brecht, den Kurt Weill in seine typische Tonsprache umgesetzt hat, hatten manche Textpassagen beklemmende Aktualität: "...was hoch ragt, das muss in den Staub. Wir brauchen keinen Hurrikan, wir brauchen keinen Taifun, denn was er an Schrecken tun kann, das können wir selber tun", heißt es etwa an einer Stelle von "Mahagonny".'

 

'eine romantische Liebesnacht'


10. Mai 2001

 

'Der namenlose Chor
Wie schnell die Jahre verfliegen. Das Vokalensemble "Chorus sine nomine" besteht schon seit zehn Jahren und hat sich unter seinem Gründer und Leiter Johannes Hiemetsberger die Jugendlichkeit in den Stimmen, das Engagement, die Leistungsfähigkeit und überdies die Neugier auf wenig Gängiges und dabei recht Anspruchsvolles bewahrt. Noch mehr: Die Männer- und Frauenstimmen für sich, jeweils etwa zwei Dutzend, bilden hervorragende A-cappella-Formationen und beide zusammen ergeben einen Klangkörper ohne Fehl und Tadel, denn allen Sängern sind eine leichte Tongebung, vorbildliche Textdeutlichkeit und Klangkultur selbstverständlich. Außerdem zeigt sich, dass Jugend zur Jugend strebt, und diese personelle Zusammensetzung äußert sich in ausgewogenen Akkorden.

Beim Dienstagkonzert im Linzer Brucknerhaus unter dem Motto "Eine romantische Liebesnacht ..." haben einige späte Werke Franz Schuberts für Männerchor den Tonfall einer Liedertafel hinter sich gelassen. "Vier Gesänge für Frauenchor" (op. 17) und zwei gemischte Chöre (op. 62) sprachen für den Poeten Johannes Brahms. Noch eine Steigerung: Bei "Sechs Klängen aus Mähren" von Anton Dvorak/Leos Janacek, in tschechischer Originalsprache gesungen, passte einfach alles: packend und schwungvoll, direkt und überzeugend. Auch das instrumentale Beiwerk (Hornquartett, Klavier, Harfe) und die Solotenorpartie (Norbert Ernst) bildeten Integrierendes.'

 

'eine romantische Liebesnacht'


10. Mai 2001

 

 

'10 Jahre "Chorus sine nomine" wurden mit einem Jubiläumskonzert im Linzer Brucknerhaus gefeiert. Die Devise des Geburtstagsfestes: "Eine romantische Liebesnacht".
Ein Programm aus einem Guss, in dessen Verlauf das Ensemble in "Sechs Klänge aus Mähren" von Dvorak/Janacek seinen Homogenklang zur Perfektion entwickelte und der Dirigent Johannes Hiemetsberger mit Agogik die Seele der Musik traf. Ähnliches gilt bei den Frauenchören von Brahms...
... Der Pianist Volker Nemmer und vortreffliche Instrumentalsolisten bereicherten den begeistert aufgenommenen Abend. BS '

 
 

Palimsest / RSO Wien


20. November 2000

 

 

'...In seinem 1990 über Auftrag der Stadt Zürich entstandenen Werk hat Gerd Kühr versucht, auf ähnliche Weise Elemente älterer Musik, insbesondere verfremdete Motive aus den Requiem-Vertonungen von Mozart und Verdi, durch die Primärschicht seiner Komposition hindurchschimmern zu lassen. ... Und auch die Musik des 48jährigen Grazer Komponisten geht auf diese Stimmungsgehalte kaum ein, so reizvoll manche ihrer Momente - der Dialog zwischen dem Baritonsolo und dem a-capella-Chor etwa, die wie Inseln im Zeitfluß vorübertreibenden Strukturen der Streicher bzw. Bläser - wirken mögen.
Hervorragend die Wiedergabe mit Ulf Schirmer am Pult des aufmerksamen RSO, den engagierten Solisten Katherine Goeldner (Mezzo) und Oliver Widmer (Bariton) sowie dem homogen und wortdeutlich agierenden Chorus sine nomine..'.

 

Palimpsest / RSO Wien


20. November 2000

 

 

'Im Mittelpunkt des jüngsten Konzertes des Radio Symphonieorchesters Wien stand Gerd Kührs "Palimpsest" auf Gedichte von Erika Burkhart und Georg Trakl. Wie bei einem zweimal beschrifteten Pergament tauchen Zitate (Mozart und andere) und der traditionelle Trauergestus auf. In der Nachbarschaft zu Honeggers übermächtiger "Symphonie Liturgique" büßte das 20-minütige Werk viel von seiner wahrscheinlich beabsichtigten Wirkung ein. Die Solisten Katherine Goeldner und Oliver Widmer sangen wortdeutlich und veredelten mit ihrem Timbre das Werk des Musikhochschulprofessors. Der "Chorus sine nomine" von Johannes Hiemetsberger war ebenso hervorragend wie das Orchester, und Ulf Schirmer als Dirigent war daran "Schuld".'

 

Totentanz


26. Oktober 2000

 

 

'Der "Totentanz" aus "Geistliche Chormusik" op. 12 von Hugo Distler stand im Zentrum einer Musica-Sacra-Veranstaltung in der Ursulinenkirche Linz: 14 stimmungsträchtige, dicht gewebte "Chorsprüche" samt gesprochenen Dialogen zwischen Tod und Totgeweihten. Am "Chorus sine nomine" unter Johannes Hiemetsberger überzeugten Intonationssicherheit und erfolgreiches Streben nach Homogenklang. Weitere Programmpunkte waren drei geistliche Madrigale aus "Israelsbrünnlein" von Johann Hermann Schein und das "Te Deum" von Felix Mendelssohn-Bartholdy.'

 

Totentanz


27. Oktober 2000

 

 

'...So auch am Dienstag in der Ursulinenkirche mit dem "Chorus sine nomine" unter der vorbildlichen Leitung des Oberösterreichers Johannes Hiemetsberger. Was man einem A-cappella-Chor an technischen und gestalterischen Qualitäten wünschen kann, ist hier vereinigt.
Motetten von Johann Hermann Schein (1586 - 1630) bedrückt keine klangliche Bodenlastigkeit. Das facettenreiche "Te Deum" von Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde mit Freude am Klang ausmodelliert und beeindruckte mächtig. Noch eine Steigerung: der "Totentanz" von Hugo Distler (1908 - 1942). Dieses Bündel an Motetten - mit dem prägnanten Sprecher Albert Hosp und der einfühlsamen Soloflöte von Regina Maderthaner - hinterließ Betroffenheit, gegründet in der Schönheit und Originalität, in Kraft und zeitloser Moderne.'

 

Totentanz


26. Oktober 2000

 

 

'... Beeindruckendes Memento Mori - Das dritte Konzert der Musica-Sacra-Reihe am Dienstag in der Linzer Ursulinenkirche gestaltete der gebürtige Oberösterreicher Johannes Hiemetsberger mit seinem „Chorus sine nomine“. Dieses junge Ensemble zeichnet sich durch Dynamik und eine lange Erfolgsliste aus, die auch hier bestätigt wurde. Schon die Programmauswahl ließ aufhorchen — so gut wie unbekannte Chorliteratur war in höchst anspruchsvoller Ausführung zu hören. Von J. H. Schein drei geistliche Madrigale aus „Israelsbrünnlein“ (1623) und ein „Te Deum“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das vor allem in der mit dem Großchor wechselnden Kleinbesetzung durch homogenen Schönklang gefiel. Das Ereignis des Abends allerdings war Hugo Distlers „Totentanz“ für vierstimmigen Chor, Flöte und Sprecher. In diesem von der Vergänglichkeit des Menschen durchwobenen Werk gestaltete der Chor die A-cappella Chorsprüche in lupenreiner, alle Schwierigkeiten von Stimm- und Registerkunst vergessenmachender Vollkommenheit. Die Besucher dankten entsprechend beeindruckt.'

 

Strawinsky 'Les Noces'


20. März 2000

 

 

'... Gruber präsentierte mit einer begeisterten Schar, zusammengesetzt aus dem "Chorus sine nomine" und dem Ensemble "Supercussion Vienna", eine nicht bis in jedes Detail polierte, sondern denkbar direkt auftrumpfende Lesart von passend kräftiger Derbheit, deren rhythmischer Elan das Publikum im Mozartsaal jubeln ließ.'

 

Haydn&Szymanowski


31. Jänner 2000

 

 

'... Der frische, runde und dabei ganz saubere, differenzierte Klang des "Chorus sine nomine" (Einstudierung: Johannes Hiemetsberger) bot hier ebenso allen Grund zur Freude wie bei Karol Szymanowskis polnischem "Stabat mater". Gielen dosierte genau das chromatisierende Schillern der traumhaft kontemplativen Partitur mit dem farbenreich und nuanciert agierenden RSO. In solch luzider Aufschlüsselung der vielfältig archaisierenden Echos, die das Fluoreszieren unterfütterten, kam es auch am dynamischen Kulminationspunkt am Ende des fünften Satzes zu keiner klebrig-dicken Klangsuppe.
Schade bloß, daß neben dem außergewöhnlichen Chor die immerhin guten Mittelstimmen des Soloquartetts (Annette Markert, Steve Davislim) von Kräften nur durchschnittlicher Qualität flankiert wurden. ...'

 

Haydn&Szymanowski


31. Jänner 2000

 

 

'... Einen ausgezeichneten Eindruck hinterließen auch der homogene "Chorus sine nomine" (Einstudierung Johannes Hiemetsberger) und unser Radio-Symphonieorchester. ... Bei Gielen war die große Musik mit ihren erregenden Klängen in behutsamen Händen, unser RSO wetteiferte mit den Solisten und den nunmehr mächtig aufgestockten, disziplinierten Chor in Klangschönheit. Und das will etwas heißen ...'

 

Haydn&Szymanowski


30. Jänner 2000

 

 

'... Konzerthaus: Michael Gielen mit Haydn & Szymanowski
Jeder Teil des Konzerthausabends für sich gesehen, hätte durchaus einen achtbaren Erfolg abgegeben: Dirigent Michael Gielen fegte mit Energie durch Josef Haydns "Nelson-Messe", ließ auch bei Karol Szymanowskis in den Jahren 1925-26 geschriebenem "Stabat mater" keinerlei Irritationen zu... Der Chorus sine nomine bot auch hier Enthusiasmus, war hörbar vorbildlich studiert. ...'

 

Mahler: Auferstehungssymphonie


15. Jänner 2000

 

 

'... Das Publikum schenkte der Jugend Beifall und ließ nicht zu unrecht dem Chorus sine nomine davon den meisten abbekommen. Mit dessen ebenmäßigen und vor allem ruhigen Einsätzen hatten auch die beiden Solisten ... nicht zur Gänze mithalten können. ...'

 

Die Hochzeit des Figaro


16. Juli 1999

 

 

'... Mit der gelungenen Premiere von Mozarts "Hochzeit des Figaro" ist man wieder zu qualitätvoller Sommerkost zurückgekehrt. Ein Erfolg, der der szenischen wie musikalischen Realisation gleichermaßen zuzurechnen ist. ...
... Der Chorus sine nomine hat neben den musikalischen auch komödiantische Qualitäten anzubieten. ...'

 

Messe in c-moll


25. Juni 1999

 

 

'...Mozarts prachtvollstes Kirchenwerk, die Große Messe in c-Moll, krönte am Sonntag in der Millstätter Stiftskirche die Eröffnung des "Musikalischen Sommers 99". Der "Chorus sine nomine" und die "Sinfonietta Baden" sorgten unter Johannes Hiemetsberger für Frische und Elegance, Donna Ellen für ein Sopran-Ereignis....'

 

Passionskonzert


23. März 1999

 

 

'Die Motette op.74/1 von Johannes Brahms ragt wie ein Dom aus dem 19. Jahrhundert in den Himmel: großräumig disponiert, in seinen Bauelementen dem Geschmack vergangener Zeiten zugetan, dazu von kühler Licht-Dunkel-Strategie geprägt. An diesem Stück vermochte der "Chorus sine nomine" unter Johannes Hiemetsberger in der Linzer Ursulinenkirche seine Güteklasse ungeschmälert auszuspielen: die natürlich frische Klangqualität, kultivierte Vokalbehandlung, sensibel geführte Dynamik und weit gespannte Atembögen. Außerdem: vier Passionsmotetten von Poulenc, Bachs "Fürchte dich nicht" sowie die "Musikalischen Exequien" von Heinrich Schütz.'

 

Exactly like you


2. Dezember 1998

 

 

'...Die Stärke des vor Engagement nur so strotzenden Vokalensembles war der homogene, durchsichtige Klang. Mit einer seltenen stimmlichen Ausgeglichenheit tasteten sich die Damen und Herren vorsichtig an die Werke heran. Ein Erlebnis für sich waren jeweils die Schlußakkorde. Da wußte man plötzlich, was einen schon die ganze Zeit über so begeistert hatte: Die kompakte, samtene Stimmpräsenz, das eindringliche Formen an einem atmosphärischen Gesamtklang. Nach der Pause stellte der junge Chor seine Fertigkeiten in den Dienst von zündenden Jazz-Arrangements. Nicht weniger begeisternd! '

 

OÖ Stiftskonzerte


Juni 1998

 

 

'... Im Marmorsaal dann der Ausklang mit dem "Chorus sine nomine" unter Johannes Hiemetsberger: Abermals ein neuer Chor frischer Stimmen, vom blutjungen Dirigenten mit viel Humor durch ein vorwiegend heiteres Programm (Banchieri, Dallapiccola, Mendelssohn) geführt. ...'

 

Johannes Hiemetsberger


3. Jänner 1997

 

 

'... Johannes Hiemetsberger heißt der neue Stern. Der erst 25jährige, hochtalentierte und mittlerweile auch schon international erfolgreiche Chordirigent bekam den diesjährigen Förderungspreis des Erwin Ortner - Fonds verliehen. ...'

www.kurier.at
www.diepresse.at
www.wienerzeitung.at
www.thetimes.co.uk
www.volksblatt.at
www.ooen.at
www.krone.at
www.salzburgernachrichten.at
kultur.orf.at
www.derstandard.at
www.kleinezeitung.at
www.noen.at
www.andante.com
activepaper.tele.net/neuecoat
www.lastampa.it
www.vn.vol.at
www.drehpunktkultur.at
www.dolomiten.it
www.pnp.de
 

  

  

 

 
  Chorus sine nomine - ZVR: 129206300 - 29. August 2010