Auch wenn die Motetten von Johann Sebastian Bach in
dessen Gesamtschaffen einen nur verschwindend kleinen
Teil ausmachen, gehören sie doch zweifellos zum
Schönsten und Erhebendsten, das je für Chor geschrieben
wurde.
Bei den Motetten Bachs ist es zu einer gar nicht so
seltenen kulturgeschichtlichen Besonderheit gekommen:
Sie lösten sich aus ihrem ursprünglichen religiösen und
kulturellen Kontext und wurden zu dem, was man als
kulturelles Welterbe bezeichnen könnte. Vielleicht
erklärt sich das gerade aus den Umständen ihrer
Entstehung und der Kraft der vertonten Texte: Diese
Musik - oft in einer kritischen Lebenssituation des
Auftraggebers entstanden - sucht die Konfrontation mit
den Fragen, Abgründen und Widersprüchen menschlichen
Daseins. Somit sind diese Motetten auch oder gerade für
den modernen Menschen ein zeitloses
Bewältigungsinstrument seiner Existenz.
Lassen wir Albert Schweitzer resümieren: "Und wirklich
versinkt beim Erklingen dieser Töne die Welt mit ihrer
Unruhe, ihrer Sorge und ihrem Leid. Der Hörer ist allein
mit Bach, der seine Seele mit dem wunderbaren Frieden,
den er im Herzen trug, stille macht und ihn hinaushebt
über alles, was war und ist und kommt."
aus dem CD-Booklet - Text von Andreas Peterl
Detailprogramm
J. S. BACH Die Motetten
Lobet den Herrn, alle Heiden
6:27
Jesu, meine Freude
19:42
Fürchte dich nicht, ich bin bei dir
9:02
Der Geist hilft unser Schwachheit auf
7:21
Komm, Jesu, komm
8:53
Singet dem Herrn ein neues Lied
13:04
Gesamtspieldauer 64:35
aufgenommen im Dezember 2008 und Jänner 2009
in der Kirche St. Ursula, Wien
Produzent: Richard Winter
Aufnahmeleitung: Herwig Reiter
Tontechnik: Michael Renner
Editor: Dr. Hans Zeppelzauer
Grafik: Alexander Czjzek
Cover-Foto: Moritz Wustinger