Seine Uraufführung erlebte Bernsteins "Mass" anlässlich der Eröffnung des John F. Kennedy
Center for the Performing Arts in Washington im September 1971. Kennedys Witwe Jacqueline
Onassis hatte Leonard Bernstein beauftragt, ein Werk zum Gedenken an den 1963 ermordeten
US-Präsidenten zu schreiben. Sie selbst blieb der Uraufführung fern – ein Symbol für all jene
Kontroversen, die Bernstein mit "Mass" auslöste. Dabei war die Intention des Komponisten, so
erklärte Bernstein anlässlich der Uraufführung: "so direkt und universell, wie es mir möglich
war, eine Bekräftigung des Glaubens zu vermitteln."
Zentrale Themen des Glaubens werden in den verschiedensten Stilen von Rock und Pop über
Gospel, Blues, Litaneien der Chöre sowie Meditationen in klassischer Orchestersprache
behandelt. Das Konglomerat an Musikstilen wird durch die von Stephen Schwarz und Leonard
Bernstein geschriebenen, teils zynischen Zwischentexte durchbrochen. Die Vielfalt an
Ausdrucksweisen spiegelt sich auch in der ungeheuren Anzahl von Vokal- und
Instrumentalkräften wider: Neben einem Symphonieorchester wirken eine Rock- und Blues-
Band, ein großer Chor, ein Street Choir mit 20 Solisten, ein Knabenchor und ein Gesangssolist
mit.
Die semi-konzertanten Aufführungen fanden am 14. und 16. Februar 2006 im Wiener
Konzerthaus sowie im Festspielhaus St. Pölten statt. Die Studio-Aufnahmen erfolgten direkt im
Anschluss und in gleicher Besetzung in St. Pölten.